Spieleranzahl: 3-4 Spieler

  • 8/10
    Saltfjord – Rezension

    Saltfjord – Rezension

    Saltfjord ist bei Aporta Games erschienen, entwickelt von Kristian Amundsen Østby und Eilif Svensson – letzterer taucht in meinen Videos schon häufiger auf, unter anderem als Co-Autor von Robinson Crusoe. Saltfjord richtet sich an 1 bis 5 Spieler ab 14 Jahren und bietet eine Spielzeit von etwa 45 bis 90 Minuten. Wer die Würfelmechanik kennt, wird schnell eine Verwandtschaft zu Santa Maria vom selben Autorenduo erkennen – Saltfjord ist quasi eine Weiterentwicklung dieses Systems mit einigen frischen Ideen.

    8/10
    WERTUNG
    Saltfjord Brettspiel Rezension Video-Still

    Steckbrief

    • Spieler: 1–5
    • Alter: ab 14 Jahren
    • Dauer: 45–90 Minuten
    • Mechanismus: Würfeleinsatz, Engine-Building
    • Thema: Fischerdorf in Skandinavien

    Weiße und orange Würfel: Zwei Achsen, ein Tableau

    Das Herzstück von Saltfjord sind zwei Arten von Würfeln – weiße und orange –, die über drei Runden hinweg eingesetzt werden. In der ersten Runde erhält jede:r Spieler:in einen orangen Würfel, in der zweiten Runde zwei, und in der dritten Runde bereits drei orange Würfel. Zusätzlich habt ihr durchgehend drei weiße Würfel zur Verfügung. Alle Würfel werden gemeinsam geworfen und offen auf einem gemeinsamen Feld ausgelegt.

    Wenn ihr am Zug seid, nehmt ihr euch einen Würfel aus der Auslage und aktiviert damit die gesamte Reihe oder Spalte auf eurem eigenen Tableau, auf der dieser Würfelwert liegt. Weiße Würfel aktivieren dabei vertikale Reihen, orange Würfel horizontale. In diesen Reihen liegen verschiedenste Aktionen: Rohstoffe sammeln, Gebäude bauen, mit dem Boot hinausfahren oder Waren ausliefern.

    Ein Beispiel: Fahrt ihr mit dem Boot zum Fischen, bestimmt die Anzahl eurer Boote, wie viele Felder ihr zurücklegen dürft, bevor ihr Fischplättchen aufnehmt. Diese Plättchen haben Werte von 1 bis 3 und bringen euch entweder Ressourcen oder direkte Punkte. Die wertvolleren Plättchen der Stufe 2 und 3 müsst ihr euch aber erst über Fortschrittsleisten freischalten, bevor ihr sie überhaupt aufnehmen dürft.

    Tableau-Ausbau, Bestellungen und der Sog der Engine

    Ihr könnt euer Tableau im Spielverlauf erweitern, um in einer einzelnen Reihe mehr Aktionen gleichzeitig zu aktivieren. Das erhöht die Komplexität eures eigenen Boards spürbar, eröffnet aber auch enorm befriedigende Kombinationsmöglichkeiten – ein einziger Würfelwurf kann so plötzlich vier oder fünf Aktionen auf einmal auslösen, wenn ihr eure Reihe geschickt ausgebaut habt.

    Zusätzlich gibt es Bestellungen, die ihr erfüllen könnt, indem ihr die passenden Waren abliefert – dafür erhaltet ihr Punkte und spezielle Plättchen, die am Ende jeder Runde noch einmal separat aktiviert werden. Ein weiteres zentrales Element sind die Fortschrittsleisten, auf denen ihr für jeden Schritt Boni erhaltet, etwa dauerhafte Fähigkeiten oder Zugang zu den wertvolleren Fisch-Plättchen. Wer es schafft, ganz nach oben auf einer Leiste vorzustoßen, nimmt zusätzlich an einer Endwertung teil, die noch einmal ordentlich Punkte einbringen kann.

    Das Spiel ist dabei bemerkenswert gut ausbalanciert zwischen taktischer Würfelauswahl in jeder einzelnen Runde und dem langfristigen Aufbau einer Engine über alle drei Runden hinweg. Es macht enorm viel Spaß, die verschiedenen Plättchen zu puzzeln und die eigenen Aktionen so zu planen, dass sich Synergien gegenseitig verstärken.

    Hintergrund: Die Handschrift von Eilif Svensson

    Eilif Svensson gehört zu den bekanntesten norwegischen Spieleautoren und hat unter anderem als Co-Autor an Robinson Crusoe: Auf den Spuren von Robinson mitgewirkt. Zusammen mit Kristian Amundsen Østby hat er beim Verlag Aporta Games bereits mit Santa Maria ein gefeiertes Würfel-Engine-Building-Spiel geschaffen. Saltfjord ist die konsequente Weiterentwicklung dieses Systems – ein Beweis dafür, dass ein gutes Grundgerüst auch mehrfach neu interpretiert werden kann, ohne sich abgenutzt anzufühlen.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Saltfjord

    Für wie viele Spieler ist Saltfjord geeignet?

    Saltfjord ist für 1–5 Spieler ausgelegt.

    Ab welchem Alter ist Saltfjord geeignet?

    Saltfjord ist ab 14 Jahren geeignet.

    Wie lange dauert eine Partie Saltfjord?

    Eine Partie Saltfjord dauert 45–90 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Saltfjord?

    Saltfjord setzt auf Würfeleinsatz, Engine-Building.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Saltfjord?

    Brettspiel Teddy bewertet Saltfjord mit 8/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Saltfjord ist ein sehr gelungenes Kennerspiel, das durch seinen auf den ersten Blick einfachen Würfelmechanismus und die enorm vielen Kombinationsmöglichkeiten begeistert. Es ist nicht überkompliziert, bietet aber definitiv genug Tiefe für anspruchsvolle strategische Entscheidungen – genau die Balance, die ich mir von einem guten Kennerspiel wünsche.

    Besonders gefällt mir, wie geschickt Kristian Amundsen Østby und Eilif Svensson das bewährte Würfel-System aus Santa Maria weiterentwickelt haben: Saltfjord fühlt sich vertraut an, wenn man das Vorgängerspiel kennt, bringt aber genug neue Ideen mit dem Boot-Fischen und den erweiterbaren Tableaus mit, um auch für Fans des Originals frisch zu wirken.

    Für Fans von Würfelspielen und Engine-Building ist Saltfjord für mich ein absoluter Tipp. Die Skalierung von 1 bis 5 Spieler:innen funktioniert erstaunlich gut, auch wenn ich es persönlich am liebsten zu dritt oder viert spiele, wenn die Konkurrenz um die begehrten Würfelwerte am größten ist.

    Pro & Contra

    Pro

    • Einfacher Würfelmechanismus mit viel Tiefe
    • Gute Balance zwischen Taktik und langfristigem Aufbau
    • Für 1 bis 5 Spieler gut skalierbar
    • Gelungene Weiterentwicklung des Santa-Maria-Systems

    Contra

    • Steigende Komplexität durch Tableau-Erweiterungen kann überfordern
    • Nähe zu Santa Maria ist nicht für jeden ein Pluspunkt

    Werbung: Saltfjord kaufen – wenn du darüber bestellst, unterstützt du den Kanal ohne Mehrkosten für dich:

  • 9/10
    Inferno – Rezension

    Inferno – Rezension

    Inferno von Red Mojo Games ist ein echtes Highlight aus meinem diesjährigen Spielejahr: ein Spiel ab 14 Jahren für 1 bis 4 Spieler mit einer Spielzeit von etwa 120 Minuten. Entwickelt hat es Fernando Eduardo Sánchez, das Artwork stammt von David Benzal und Cristian Casado Otazu. Ursprünglich aus Spanien stammend, erschien es 2024 und hat mich sofort mit seinem düster-faszinierenden Thema gepackt: Wir schicken Seelen in die Unterwelt – inspiriert von Dante Alighieris „Göttlicher Komödie“.

    9/10
    WERTUNG
    Inferno Brettspiel Rezension Video-Still

    Steckbrief

    • Spieler: 1–4
    • Alter: ab 14 Jahren
    • Dauer: ca. 120 Minuten
    • Mechanismus: Worker-Placement, Ressourcenmanagement
    • Thema: Dantes Inferno, Seelenmanagement

    Die neun Höllenkreise: Wo Farbe und Bewegung alles entscheiden

    Der Spielplan zeigt unten die Unterwelt mit mehreren konzentrischen Kreisen, die die neun Höllenkreise aus Dantes Werk symbolisieren. Jeder Kreis hat eine bestimmte Farbe, die zu farblich passenden Seelen korrespondiert, die wir in die Unterwelt hinabschicken können. Jede Position auf den Kreisen bietet Aktionsfelder, die wir durch das gezielte Bewegen unserer Seelen aktivieren. Über der Erde, also in Florenz zur Zeit Dantes, gibt es dagegen nur acht Aktionen, aufgeteilt auf vier verschiedene Aktionsfelder – wobei immer zwei Aktionen zu einem gemeinsamen Symbol gehören.

    Das Bewegen der Seelen bildet das Herzstück des Spiels. Pro Zug dürft ihr eine Seele genau einen Schritt von einem Kreis zum nächsten bewegen. Steht eine andere Seele im Weg, könnt ihr sie einfach überspringen. Landet eure Seele in einem farblich passenden Kreis, legt ihr sie dort endgültig ab und erhaltet die am Feldrand angegebenen Punkte. Es gilt also, geschickt vorauszuplanen, welche Seele wohin geschickt wird – und wann sich ein Umweg lohnt, um am Ende in den richtigen Kreis zu gelangen.

    Woher bekommt ihr überhaupt neue Seelen? Frische Seelen kommen vom Friedhof, wofür ihr den „Fährmann des Todes“ mit der Ressource Drachme bezahlen müsst. Grundsätzlich gilt: Alle Aktionen unter der Erde kosten Drachme, während Aktionen über der Erde in Florenz mit Florin bezahlt werden – zwei strikt getrennte Wirtschaftskreisläufe, die ihr parallel im Blick behalten müsst.

    Florenz: Sünden, Familie und der Turm als Herzstück

    Die Aktionen in Florenz drehen sich um Sünden und euer Familienleben. Ihr könnt Straßenstände eröffnen, Fässer vom Markt stehlen (was ausschließlich Kinder dürfen), Familienmitglieder für Aktionen einsetzen und neue Kinder bekommen, die euch als zusätzliche Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Kinder dürfen manche Aktionen sogar kostenlos ausführen, während Erwachsene dafür bezahlen müssen – ein charmanter, thematisch stimmiger Kniff.

    Ein zentraler Baustein ist der Turm auf eurem Spielertableau, den ihr im Spielverlauf ausbauen könnt. Der Turm bietet Lagerplätze für Gäste und Fässer. Fässer in vier verschiedenen Farben lassen sich am Markt stehlen und für besonders starke Aktionen einsetzen. Gäste im Turm sind ebenfalls essenziell, denn ohne einen passenden Gast in der richtigen Farbe könnt ihr keine Beschuldigungen aussprechen.

    Was bedeutet „Beschuldigen“? An bestimmten Orten in Florenz, die jeweils eine der Todsünden symbolisieren, könnt ihr andere Charaktere beschuldigen – vorausgesetzt, ihr habt zuvor einen Arbeiter auf das entsprechende Feld gesetzt und den passenden Gast im Turm untergebracht. Beschuldigungen bringen euch Fortschritt auf speziellen Farbleisten, die wiederum mächtige Aktionen und wertvolle Punkte freischalten. Gleichzeitig müsst ihr das beschuldigende Familienmitglied schützen, indem ihr es im Turm unterbringt – habt ihr dort keinen Platz mehr frei, bleibt euch nur eine deutlich schwächere Notaktion.

    Dante rückt vor: Der Countdown zum Spielende

    Immer wenn ein:e Spieler:in passt oder eine Beschuldigung ausspricht, rückt die Figur Dantes auf einem eigenen Track ein Feld vor. Sobald Dante das Ende seines Weges erreicht, endet die Partie sofort. An bestimmten Feldern auf Dantes Weg werden zusätzlich einzelne Farbreihen zwischengewertet: Wer zu diesem Zeitpunkt auf der entsprechenden Leiste am weitesten vorne steht, erhält ein Zertifikat, das am Spielende als Multiplikator für die entsprechenden Punkte zählt. Es gibt außerdem halbe Zertifikate, die sich zu vollen kombinieren lassen – eine zusätzliche strategische Ebene für alle, die auf mehreren Farben gleichzeitig mitmischen wollen.

    Dieser Dante-Track sorgt für ein spürbares, stetig wachsendes Zeitgefühl: Jede Beschuldigung, jedes Passen bringt das unvermeidliche Ende näher, und ihr müsst genau kalkulieren, ob ihr noch eine weitere Investition wagt oder lieber schon auf den Abschluss eurer laufenden Pläne hinarbeitet.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Inferno

    Für wie viele Spieler ist Inferno geeignet?

    Inferno ist für 1–4 Spieler ausgelegt.

    Ab welchem Alter ist Inferno geeignet?

    Inferno ist ab 14 Jahren geeignet.

    Wie lange dauert eine Partie Inferno?

    Eine Partie Inferno dauert ca. 120 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Inferno?

    Inferno setzt auf Worker-Placement, Ressourcenmanagement.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Inferno?

    Brettspiel Teddy bewertet Inferno mit 9/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Inferno ist für mich ein tiefgründiges und thematisch außergewöhnlich starkes Spiel mit einem einzigartigen Seelenmanagement-Mechanismus, wie ich ihn so noch in keinem anderen Titel gesehen habe. Die Kombination aus strikt getrenntem Ressourcenmanagement, Familienplanung über mehrere Generationen und taktischem Platzieren der Seelen macht Inferno für mich zu einem der besten Spiele, die ich dieses Jahr gespielt habe.

    Es ist zweifellos komplex – mit einer Spielzeit von rund 120 Minuten und vielen ineinandergreifenden Subsystemen ist das definitiv kein Spiel für einen kurzen Spieleabend zwischendurch. Aber genau diese Komplexität zahlt sich aus: Jede Entscheidung fühlt sich bedeutsam an, und das morbid-faszinierende Thema wird nicht nur aufgesetzt, sondern durchdringt tatsächlich jeden Mechanismus des Spiels, von der Seelenfarbe bis zur Familienplanung.

    Für Kenner:innen und Vielspieler:innen, die sich auf ein anspruchsvolles, thematisch einzigartiges Erlebnis einlassen wollen, ist Inferno absolut empfehlenswert. Gelegenheitsspieler:innen sollten sich dagegen der hohen Einstiegshürde bewusst sein – dieses Spiel will erlernt und mehrfach gespielt werden, um sein volles Potenzial zu entfalten.

    Pro & Contra

    Pro

    • Einzigartiges, düsteres Thema stark umgesetzt
    • Tiefes Ressourcen- und Familienmanagement
    • Hoher Wiederspielwert für Kenner:innen
    • Dante-Track sorgt für spürbaren Spannungsbogen

    Contra

    • Lange Spielzeit (ca. 120 Minuten)
    • Hohe Einstiegshürde für Gelegenheitsspieler:innen

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  • 6,5/10
    Crystalla – Rezension

    Crystalla – Rezension

    Crystalla ist ein Puzzle- und Legespiel von Schmidt Spiele, ab 8 Jahren empfohlen und für 2 bis 4 Spieler ausgelegt. Die Spieldauer beträgt nur etwa 30 Minuten – ideal für eine schnelle, aber überraschend taktisch anspruchsvolle Partie zwischendurch. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein hübsches Familienspiel zum Edelsteine-Sammeln, doch der clevere Bewegungsmechanismus im Kern hat mich positiv überrascht.

    6,5/10
    WERTUNG
    Crystalla Brettspiel Rezension Video-Still

    Steckbrief

    • Spieler: 2–4
    • Alter: ab 8 Jahren
    • Dauer: ca. 30 Minuten
    • Mechanismus: Puzzle- und Legespiel
    • Thema: Edelsteine

    Sechs Edelsteinarten, sechs verschiedene Wertungswege

    Bei Crystalla dreht sich alles um das Puzzeln von Edelsteinen auf einem persönlichen Raster von 4×3 Feldern. Das Ziel ist es, verschiedene Kristallkarten geschickt aneinanderzulegen, um am Ende möglichst viele Punkte zu sammeln. Dabei gibt es sechs unterschiedliche Edelsteinarten – hellblau, rot, lila, grün, gelb und weiß –, die jeweils nach völlig unterschiedlichen Kriterien gewertet werden:

    • Hellblaue Steine: Punkte gibt es für jede Karte mit hellblauen Edelsteinen im eigenen Raster – einfach und direkt.
    • Lila Steine: Werden paarweise gewertet, also bringen jeweils zwei lila Edelsteine zusammen Punkte.
    • Rote Steine: Hier müssen Diamanten in der Rastermitte zusammengepuzzelt werden, was jeweils satte 10 Punkte einbringt.
    • Grüne Steine: Die schwierigste Kategorie – es braucht vier zusammenhängende Steine, um einen bestimmten Kristall zu bilden, der dafür aber auch 23 Punkte wert ist.
    • Gelbe Steine: Werden pro Bereich einzeln bewertet, jeweils 3 Punkte pro isoliertem Feld.
    • Weiße Steine: Je mehr davon direkt aneinandergrenzen, desto mehr Punkte gibt es – eine klassische Flächen-Mehrheiten-Wertung.

    Diese sechs parallelen Wertungssysteme sorgen dafür, dass ihr euch von Partie zu Partie unterschiedlich spezialisieren könnt, je nachdem, welche Karten euch in die Hände fallen.

    Der Mantaler Mechanismus: Bewegung entscheidet über Beute

    Die eigentliche Besonderheit von Crystalla ist der sogenannte Mantaler Mechanismus. Jede:r Spieler:in besitzt drei Steine, die auf ein zentrales 3×3-Raster gelegt werden. Dabei müssen die Steine immer angrenzend zum vorherigen gesetzt werden, und ihr dürft am Ende nur die Plättchen aufnehmen, auf denen mindestens einer eurer eigenen Steine liegt. Die Anzahl eurer gesetzten Steine entspricht dabei der Anzahl an Schritten, die ihr euch auf dem Raster bewegen dürft, bevor ihr ein Plättchen einsammelt.

    Das erzeugt ein feines taktisches Puzzle: Wo genau setze ich meine drei Steine, um am Ende genau das Plättchen zu erreichen, das ich für meine aktuelle Raster-Strategie brauche? Und was mache ich, wenn meine Steine sich mit denen der Mitspieler:innen auf demselben Feld überschneiden?

    Ecken als taktische Waffe – und als fieser Konter

    Ein besonders spannendes taktisches Element sind die sogenannten „Ecken“ – große und kleine –, die ihr euch sichern könnt, wenn ihr in eurem Zug zwei gleiche Steine auf einem Plättchen platziert. Diese Ecken müssen passend an euer eigenes Raster angelegt werden und bringen zusätzliche Punkte.

    Richtig gemein – und richtig clever – wird es, wenn ihr zwei gleiche Steine eines Mitspielers auf ein Plättchen legt: Dann dürft ihr aus der offenen Ecken-Auslage eine Ecke auswählen, die der betroffene Mitspieler zwangsweise anlegen muss. Das lässt sich hervorragend nutzen, um wertvolle Flächen der Konkurrenz zu zerstören oder ihr eine ungünstige Form aufzuzwingen, die ihre Endwertung schmälert. Nach zwölf gespielten Karten endet die Partie automatisch, und alle Edelstein-Kombinationen sowie platzierten Ecken werden final gewertet.

    Hintergrund: Ein Familienspiel von Schmidt Spiele

    Crystalla ist bei Schmidt Spiele erschienen, einem der etabliertesten deutschen Verlage für Familien- und Kennerspiele mit einer jahrzehntelangen Historie. Der Fokus auf ein zugängliches, aber mit einem cleveren Kern versehenes Puzzle-Legespiel passt gut ins Portfolio des Verlags, der immer wieder zwischen leichten Familienspielen und anspruchsvolleren Titeln pendelt.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Crystalla

    Für wie viele Spieler ist Crystalla geeignet?

    Crystalla ist für 2–4 Spieler ausgelegt.

    Ab welchem Alter ist Crystalla geeignet?

    Crystalla ist ab 8 Jahren geeignet.

    Wie lange dauert eine Partie Crystalla?

    Eine Partie Crystalla dauert ca. 30 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Crystalla?

    Crystalla setzt auf Puzzle- und Legespiel.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Crystalla?

    Brettspiel Teddy bewertet Crystalla mit 6.5/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Ich persönlich finde Crystalla ein tolles Familienspiel, das einfach zu lernen ist, aber durch den Mantaler Mechanismus und die Ecken-Taktik genug Tiefe bietet, um auch erfahrenere Spieler:innen zu begeistern. Ich hatte das Spiel letzte Woche in der Bücherei dabei, und es kam richtig gut an – mehrere Leute wollten es sich direkt danach selbst bestellen, was für mich immer ein gutes Zeichen ist.

    Was mir besonders gefällt, ist die Balance zwischen Zugänglichkeit und taktischer Tiefe: Die Grundregeln sind in wenigen Minuten erklärt, aber das Zusammenspiel aus Bewegungsplanung, den sechs unterschiedlichen Edelstein-Wertungen und dem fiesen Ecken-Konter sorgt dafür, dass jede Partie kleine, befriedigende Aha-Momente bereithält. Für Vielspieler:innen, die komplexe Euro-Games gewöhnt sind, mag es dagegen etwas zu leichtgewichtig ausfallen.

    Insgesamt ist Crystalla für mich ein kurzweiliges, taktisches Puzzlespiel mit einem interessanten Bewegungsmechanismus und einem schönen kleinen Wettkampf um die begehrten Ecken. Perfekt für Familien und Gelegenheitsspieler:innen, die gerne ein bisschen knobeln, ohne sich stundenlang festzusetzen.

    Pro & Contra

    Pro

    • Einfach zu lernen, aber mit Tiefe durch die Ecken-Taktik
    • Kommt bei Familien und Gelegenheitsspieler:innen gut an
    • Schnelle Partien um 30 Minuten
    • Sechs unterschiedliche Wertungswege sorgen für Abwechslung

    Contra

    • Für erfahrene Vielspieler:innen evtl. zu leicht
    • Wenig thematische Einbindung – reines Abstraktum

    Werbung: Crystalla kaufen – wenn du darüber bestellst, unterstützt du den Kanal ohne Mehrkosten für dich:

  • 7/10
    Nocturne – Rezension

    Nocturne – Rezension

    Nocturne stammt vom Studio Flatout Games – dem Team, das bereits mit Cascadia, Calico und Verdant gezeigt hat, wie man aus überschaubaren Regeln ein süchtig machendes Legespiel zaubert. Designer David Iezzi entführt uns hier in eine mystische Nachtwelt, in der wir als Zauberer:innen versuchen, das Waldgebiet unter uns aufzuteilen.

    7/10
    WERTUNG
    Nocturne Brettspiel Rezension Video-Still

    Steckbrief

    • Spieler: 1–4
    • Alter: ab 10 Jahren
    • Dauer: ca. 45 Minuten
    • Mechanismus: Bieten & Legen
    • Thema: Mystischer Wald

    Bieten statt Anlegen: Ein cleverer Twist

    Anders als bei den meisten Legespielen dreht sich in Nocturne alles um ein Bietsystem. Statt Plättchen einfach zu ziehen und zu platzieren, bietet ihr mit euren Tokens um die begehrtesten Waldkacheln in der Auslage. Wer am meisten auf ein Feld bietet, bekommt es – muss aber auch klug haushalten, denn die eigenen Tokens sind begrenzt und müssen über das gesamte Spiel reichen.

    Die gewonnenen Kacheln legt ihr an euer eigenes Waldboard an, wobei ihr stets auf angrenzende Symbole und Landschaftstypen achten müsst, um am Ende möglichst viele zusammenhängende Gebiete und Symbol-Kombinationen zu bilden. Dieses Wechselspiel aus vorsichtigem Bieten und geschicktem Anlegen ist es, was Nocturne von klassischen Legespielen abhebt und dem Spiel seinen eigenen taktischen Charakter verleiht.

    Zwei Runden, ein cleveres Upgrade-System

    Nocturne wird über zwei größere Runden gespielt. Am Ende jeder Runde bekommt ihr die Möglichkeit, eure einfachen Bietplättchen gegen wertvollere „Mitternachtstoten“ einzutauschen – besondere Tokens, die euch in der zweiten Runde deutlich mehr bieterische Macht verleihen. Diese Aufwertung sorgt für einen spannenden strategischen Bruch in der Spielmitte: Wer klug tauscht, kann in der zweiten Runde die entscheidenden Kacheln für sich sichern, während wer zu sehr am eigenen Bestand hängt, ins Hintertreffen gerät.

    Am Ende beider Runden werden eure Waldboards nach verschiedenen Kriterien gewertet – zusammenhängende Gebiete, gesammelte Symbol-Sets und weitere Bonusbedingungen fließen in die Endpunktzahl ein. Das macht Nocturne zu einem Spiel, bei dem sowohl der Bietmechanismus als auch das anschließende Legepuzzle gleichermaßen über Sieg und Niederlage entscheiden.

    Der Fuchsmagier: Optionaler Schwierigkeitsgrad

    Für Vielspieler:innen, die mehr Herausforderung suchen, bietet Nocturne einen optionalen „Fuchsmagier“-Modus. Dieser fügt zusätzliche Regeln und Einschränkungen hinzu, die das Bieten und Anlegen noch anspruchsvoller gestalten. Wer das Grundspiel bereits ein paar Mal gespielt hat, findet hier eine willkommene Möglichkeit, die Komplexität schrittweise zu erhöhen, ohne gleich ein komplett neues Spiel lernen zu müssen.

    Hintergrund: Von Cascadia zu Nocturne

    Nocturne stammt vom US-amerikanischen Studio Flatout Games rund um Designer David Iezzi, das sich in den letzten Jahren mit Titeln wie Cascadia, Calico und Verdant einen Namen als Spezialist für zugängliche, aber taktisch clevere Legespiele gemacht hat. Nocturne wurde mit dem LUCI Award ausgezeichnet und setzt die Tradition des Studios fort, bekannte Legespiel-Prinzipien um einen frischen Mechanismus – hier das Bietsystem – zu erweitern, statt einfach ein weiteres reines Anlegespiel zu veröffentlichen.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Nocturne

    Für wie viele Spieler ist Nocturne geeignet?

    Nocturne ist für 1–4 Spieler ausgelegt.

    Ab welchem Alter ist Nocturne geeignet?

    Nocturne ist ab 10 Jahren geeignet.

    Wie lange dauert eine Partie Nocturne?

    Eine Partie Nocturne dauert ca. 45 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Nocturne?

    Nocturne setzt auf Bieten & Legen.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Nocturne?

    Brettspiel Teddy bewertet Nocturne mit 7/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Nocturne gelingt etwas, das nicht viele Legespiele schaffen: Es fühlt sich vertraut an, weil das Grundprinzip des Gebiet-Sammelns bekannt ist, und gleichzeitig frisch, weil das Bietsystem eine völlig neue taktische Ebene einzieht. Gerade das Abwägen, wann ich meine begrenzten Tokens einsetze und wann ich sie für später aufspare, sorgt für angenehm knifflige Entscheidungen, ohne das Spiel zu überfrachten.

    Das Upgrade auf die „Mitternachtstoten“ zwischen den beiden Runden ist ein kleiner, aber wirkungsvoller Kniff, der verhindert, dass sich das Spiel über die volle Spielzeit gleich anfühlt. Und mit dem optionalen Fuchsmagier-Modus für erfahrenere Runden bleibt Nocturne auch nach mehreren Partien noch spannend.

    Wer Cascadia oder Calico mochte und Lust auf einen neuen Mechanismus im vertrauten Legespiel-Gewand hat, sollte sich Nocturne unbedingt anschauen.

    Pro & Contra

    Pro

    • Frisches Bietsystem hebt sich von klassischen Legespielen ab
    • Upgrade-Mechanismus zwischen den Runden sorgt für taktischen Bruch
    • Optionaler Fuchsmagier-Modus für mehr Tiefe
    • Von einem Studio mit nachgewiesenem Legespiel-Gespür (Cascadia, Calico)

    Contra

    • Bietsystem erfordert etwas Eingewöhnung
    • Nur zwei Runden – manche wünschen sich mehr Spiellänge

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  • 6/10
    Atua – Rezension

    Atua – Rezension

    Atua entführt uns nach Polynesien und stammt vom Designer Scott Almes, bekannt unter anderem für seine kompakten „Tiny Epic“-Spiele. Atua richtet sich an Spieler:innen ab 8 Jahren, lässt sich mit 1 bis 6 Personen spielen und dauert etwa 30 Minuten – eine bemerkenswerte Spannbreite an Spieleranzahl, die nur wenige Titel überhaupt sauber abdecken.
    6/10
    WERTUNG
    Atua Brettspiel Rezension Video-Still

    Steckbrief

    • Spieler: 1–6
    • Alter: ab 8 Jahren
    • Dauer: ca. 30 Minuten
    • Mechanismus: Kartenanlege-Puzzle
    • Thema: Polynesische Insel

    Karten schräg legen: Ein Puzzle, das über Eck wächst

    In Atua baut ihr euch eine eigene polynesische Inselwelt auf, indem ihr Karten anlegt, die verschiedenste Landschaften wie Wald, Strand oder Vulkane zeigen. Das Besondere daran: Die Karten werden nicht einfach flach nebeneinander gelegt, sondern auch schräg und über Eck platziert, wodurch eine herrlich kreuz und quer gewachsene, organische Insel entsteht, die von Partie zu Partie völlig unterschiedlich aussieht. In jeder Runde nehmt ihr euch eine Karte aus der offenen Auslage und legt sie so an eine bereits ausliegende Karte an, dass dabei mindestens ein Symbol überdeckt wird. Dieses Anlegen erfordert durchaus Taktik und vorausschauende Planung, denn ihr müsst eure wachsende Insel harmonisch gestalten, um am Ende möglichst viele der verschiedenen Wertungskriterien zu erfüllen.

    Neun Runden, sechs Wertungskriterien

    Das Spiel erstreckt sich über insgesamt neun Runden. Im Spiel zu zweit werden dabei verschiedene Kartenstapel verwendet, sodass jede Person am Ende vier Karten vor sich liegen hat. Nach jeweils vier gelegten Karten folgt eine Wertungsrunde, bei der aus sechs verschiedenen Wertungskriterien ausgewählt wird. In den ersten beiden Wertungsrunden wählt ihr jeweils ein beziehungsweise zwei Kriterien aus, die dann gewertet werden – erst in der letzten Runde werden schließlich alle noch verbliebenen Kriterien gemeinsam bewertet. Die Kriterien selbst sind angenehm vielfältig:
    • Fisch und Angelhaken: Für jedes vollständige Set aus Fisch und Angelhaken gibt es Punkte – allerdings nur, solange ihr nicht mehr Angelhaken als Fische besitzt, sonst geht ihr komplett leer aus.
    • Jäger und Vögel: Nach demselben Prinzip – die Anzahl der Jäger darf die der Vögel nicht übersteigen, um überhaupt Punkte zu erhalten.
    • Boote und Palmen: Punkte gibt es hier nur, wenn ihr mehr Palmen als Boote in eurer Insel habt.
    • Totem-Symbole: Ihr zählt eure verschiedenen Totems, wobei doppelte Symbole nicht mehr zusätzlich zählen – das führt zu interessanten Überlegungen beim Anlegen, ob sich ein weiteres identisches Symbol überhaupt noch lohnt.
    • Längster Strand: Am Ende gibt es Punkte für den längsten zusammenhängenden Strandabschnitt eurer Insel.
    Ihr müsst also geschickt Karten anlegen, um eure Symbole zu optimieren und möglichst viele der gewählten Kriterien zu erfüllen. Zusätzlich kostet das Nehmen von Karten aus der Auslage Kokosnüsse, die als eigene Währung fungieren – die erste Karte ist dabei kostenlos, für jede weitere müsst ihr Kokosnüsse auf den vorherigen Karten ablegen.

    Für Fortgeschrittene: Charaktere und riskante Aufgaben

    Atua bietet zusätzlich einen anspruchsvolleren Spielmodus, bei dem jede Person einen individuellen Charakter mit speziellen Fähigkeiten erhält. Diese Charaktere beziehen sich auf bestimmte Symbole in der Auslage und lassen sich umdrehen, um Punkte zu erhalten und spezielle Boni zu aktivieren – eine schöne Möglichkeit, das Grundspiel für erfahrenere Runden zu vertiefen. Außerdem gibt es optionale Aufgabenkarten, die ihr im Spielverlauf käuflich erwerben könnt. Diese Aufgaben bringen euch am Ende viele zusätzliche Punkte, wenn ihr sie erfolgreich erfüllt – können euch aber auch empfindliche Minuspunkte einbringen, wenn ihr sie am Ende verfehlt. Dieses Risiko-Element sorgt für zusätzliche Spannung und gibt erfahreneren Spielrunden die Möglichkeit, das Spiel deutlich taktischer anzugehen, als es das reine Grundspiel erlaubt.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Atua

    Für wie viele Spieler ist Atua geeignet?

    Atua ist für 1–6 Spieler ausgelegt.

    Ab welchem Alter ist Atua geeignet?

    Atua ist ab 8 Jahren geeignet.

    Wie lange dauert eine Partie Atua?

    Eine Partie Atua dauert ca. 30 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Atua?

    Atua setzt auf Kartenanlege-Puzzle.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Atua?

    Brettspiel Teddy bewertet Atua mit 6/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Das macht Atua zu einem strategischen Legespiel mit einer angenehmen Mischung aus Planung, Risiko und taktischem Puzzle-Element. Besonders die enorme Bandbreite von 1 bis 6 Spieler:innen ist bemerkenswert – nur wenige Spiele schaffen es, sich über eine derart große Spannweite hinweg gleich gut anzufühlen, und Atua meistert diesen Balanceakt erstaunlich gut. Das Grundspiel ist für erfahrene Vielspieler:innen möglicherweise etwas zu simpel, aber genau hier setzt der erweiterte Modus mit Charakteren und Aufgabenkarten an, der noch einmal spürbar mehr taktische Tiefe hineinbringt. Das variable Wertungssystem mit den wechselnden Kriterien pro Partie sorgt zudem dafür, dass sich Atua auch nach mehreren Durchgängen noch frisch anfühlt, weil ihr eure Strategie jedes Mal neu an die aktuell gewählten Kriterien anpassen müsst. Für alle, die ein flexibles, hübsch gestaltetes Legespiel mit polynesischem Flair suchen, das sowohl solo als auch in großer Runde funktioniert, ist Atua eine solide, empfehlenswerte Wahl.

    Pro & Contra

    Pro

    • Funktioniert von 1 bis 6 Spielern erstaunlich gut
    • Mehrere Wertungskriterien sorgen für Abwechslung
    • Erweiterte Modi für mehr taktische Tiefe
    • Organisches Kartenlege-Prinzip über Eck ist erfrischend anders

    Contra

    • Grundspiel evtl. zu simpel für Vielspieler:innen ohne Erweiterung
    • Variables Wertungssystem braucht etwas Eingewöhnung

    Werbung: Atua kaufen – wenn du darüber bestellst, unterstützt du den Kanal ohne Mehrkosten für dich:

  • 7/10
    Blütenreich – Rezension

    Blütenreich – Rezension

    Blütenreich von Kosmos ist ein leichtes und schnelles Kartenspiel für 2 bis 5 Spieler ab 10 Jahren, das eine Partie in rund 20 Minuten über die Bühne bringt. Entwickelt hat es der dänische Designer Michael Løvind Andersen. Nach der Wucht von Inventors of the South Tigris war Blütenreich für mich eine willkommene, entspannte Abwechslung – ein Spiel, bei dem ihr euren Garten mit wunderschönen Schmetterlingen bevölkert, statt euch durch Würfeltabellen zu kämpfen.

    7/10
    WERTUNG
    Blütenreich Brettspiel Rezension Video-Still

    Steckbrief

    • Spieler: 2–5
    • Alter: ab 10 Jahren
    • Dauer: ca. 20 Minuten
    • Mechanismus: Kartenspiel, Set-Collection
    • Thema: Schmetterlinge im Garten

    Blumen oder Schmetterlinge: Die zweiseitige Karten-Idee

    In Blütenreich siedeln wir Schmetterlinge in unserem eigenen Garten an. Das Spiel funktioniert über ein Kartendeck, dessen Karten geschickt zweiseitig bedruckt sind: Auf der einen Seite seht ihr Blumen, auf der anderen Seite Schmetterlinge. Bei jeder Karte entscheidet ihr selbst, ob ihr sie als Blume auslegt oder – sofern ihr bereits genügend Blumen gesammelt habt – direkt als Schmetterling ins Spiel bringt.

    Wichtig zu wissen: Die einmal ausgelegten Blumen werden nicht verbraucht. Sie bleiben dauerhaft in eurer Auslage liegen und ermöglichen es euch so nach und nach, immer bessere Schmetterlinge auszuspielen, die mehr Punkte bringen und teils besondere Aktionen auslösen. Dieses simple, aber elegante Prinzip – Ressourcen sammeln, die nie wieder verschwinden – macht das Spiel enorm zugänglich, ohne dabei komplett belanglos zu wirken.

    Zielkarten und das richtige Timing

    Das Ziel ist klar: Wer als Erste:r 15 Punkte durch ausgelegte Schmetterlinge sammelt, gewinnt die Partie. Pro Zug stehen euch im Wesentlichen zwei Aktionen zur Verfügung: eine Karte aus der offenen Auslage auf die Hand nehmen, oder eine Karte ausspielen – entweder als Blume oder als Schmetterling.

    Zusätzliche taktische Würze bringen die Zielkarten ins Spiel, die Bonuspunkte für bestimmte Schmetterlingskombinationen vergeben. Interessant dabei: Ihr bekommt diese Bonuspunkte nicht automatisch, sobald ihr die Bedingungen erfüllt, sondern müsst das Einlösen der Zielkarte als eigene, separate Aktion durchführen. Das erfordert ein gutes Timing – verpasst ihr den richtigen Moment, könnte euch jemand anderes zuvorkommen und die begehrte Zielkarte für sich beanspruchen.

    Das Spiel ist insgesamt sehr einfach zu erlernen, bringt aber durch die unterschiedlichen Schmetterlings-Effekte eine überraschend feine Würze hinein. Ihr müsst ständig abwägen: Sammle ich jetzt noch mehr Blumen, um mir später bessere Schmetterlinge zu sichern, oder spiele ich lieber sofort aus, um Punkte zu sichern, bevor mir jemand zuvorkommt?

    Hintergrund: Ein dänisches Designtalent bei einem deutschen Traditionsverlag

    Michael Løvind Andersen ist ein dänischer Spieleautor, dessen Name im Original einen kleinen Strich durch das „ø“ trägt – eine nordische Schreibweise, die im Deutschen meist zu „Andersen“ vereinfacht wird. Veröffentlicht wurde Blütenreich beim Kosmos-Verlag, einem der traditionsreichsten deutschen Spieleverlage mit einer jahrzehntelangen Geschichte im Familienspiel-Segment, unter anderem bekannt für Catan und zahlreiche weitere Klassiker.

    Das Naturthema mit Schmetterlingen und Blumen reiht sich in einen breiteren Trend ein, den man in den letzten Jahren im Brettspielmarkt beobachten kann: immer mehr Spiele setzen bewusst auf entspannte, naturverbundene Themen statt auf Konflikt oder Eroberung. Diese Entwicklung spricht gezielt eine Zielgruppe an, die sich nach ruhigeren, optisch ansprechenden Spielerlebnissen sehnt, ohne dabei komplett auf taktische Substanz zu verzichten.

    Für wen lohnt sich Blütenreich?

    Blütenreich eignet sich hervorragend als Einstiegsspiel für Familien, die ein hübsches, entspanntes Kartenspiel ohne große Konfliktpotenziale suchen. Auch als Absacker am Ende eines Spieleabends mit erfahreneren Spielrunden funktioniert es gut, weil die kurze Spielzeit von rund 20 Minuten selbst nach einem langen Abend noch locker unterzubringen ist. Für Vielspieler:innen, die auf der Suche nach tiefgründiger strategischer Substanz sind, wird es dagegen eher ein netter Zeitvertreib zwischendurch bleiben als ein echtes Highlight.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Blütenreich

    Für wie viele Spieler ist Blütenreich geeignet?

    Blütenreich ist für 2–5 Spieler ausgelegt.

    Ab welchem Alter ist Blütenreich geeignet?

    Blütenreich ist ab 10 Jahren geeignet.

    Wie lange dauert eine Partie Blütenreich?

    Eine Partie Blütenreich dauert ca. 20 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Blütenreich?

    Blütenreich setzt auf Kartenspiel, Set-Collection.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Blütenreich?

    Brettspiel Teddy bewertet Blütenreich mit 7/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Blütenreich ist eine leichtere, entspanntere Variante von Spielen wie Mischwald, mit einem hübschen Naturthema und einem schnellen, flüssigen Spielablauf, der praktisch keine Downtime kennt. Für Familien und Gelegenheitsspieler:innen ist es eine tolle Wahl, die nicht zu komplex daherkommt, aber trotzdem echten Spaß macht und nicht komplett gedankenlos gespielt werden kann.

    Was mir besonders gut gefällt, ist die kurze Spielzeit von nur rund 20 Minuten, die Blütenreich zum perfekten Absacker oder zur Auflockerung zwischen zwei größeren, schwereren Spielen macht – gerade in Kombination mit komplexeren Titeln wie Inventors of the South Tigris ist das eine willkommene Verschnaufpause für die grauen Zellen. Für Vielspieler:innen, die dauerhaft taktische Tiefe suchen, wird es auf Dauer aber vermutlich zu leicht bleiben.

    Pro & Contra

    Pro

    • Leicht erlernbar, schnell gespielt
    • Schönes Naturthema mit Schmetterlingen
    • Gute Wahl für Familien und Gelegenheitsspieler:innen
    • Praktisch keine Downtime

    Contra

    • Wenig Tiefe für Vielspieler:innen
    • Ähnlich zu anderen leichten Set-Collection-Spielen

    Werbung: Blütenreich kaufen – wenn du darüber bestellst, unterstützt du den Kanal ohne Mehrkosten für dich:

  • 7/10
    Spectacular – Rezension

    Spectacular – Rezension

    Spectacular vom norwegischen Verlag Chilifox Games ist ein tolles Familienspiel-Plus für ein bis sechs Spieler:innen ab 10 Jahren, das etwa 20 bis 30 Minuten dauert. Wer letztes Jahr bereits „Fütterprinz“ (Feed the Kraken) kannte, bewegt sich hier auf einem ähnlichen Komplexitätslevel – vielleicht sogar eine Idee anspruchsvoller. Wir bauen uns hier einen Tierpark, allerdings ganz anders als bei bekannten Zoo-Aufbauspielen: Der Fokus liegt hier auf einem cleveren Würfel-und-Plättchen-Puzzle statt auf reinem Tableau-Building.

    7/10
    WERTUNG
    Spectacular – Szenenbild aus dem Brettspiel-Teddy-Video

    Steckbrief

    • Spieler: 1–6
    • Alter: ab 10 Jahren
    • Dauer: 20–30 Minuten
    • Mechanismus: Drafting, Tableau-Building
    • Thema: Tierpark

    Würfel und Plättchen im Wechselspiel

    Jede Person hat eine eigene, persönliche Auslage mit Würfeln – zwei von jeder Farbe – und Hexplättchen, die verschiedene Tierarten zeigen, darunter auch mal ein Zebra als möglicher Startpunkt. Zusätzlich gibt es eine allgemeine Auslage, in der ebenfalls Würfel und Plättchen liegen. Immer wenn ihr an der Reihe seid, wählt ihr eines eurer eigenen Teile – entweder einen Würfel oder ein Plättchen – und zusätzlich eines aus der Auslage, die vor euch liegt. Anschließend wird diese Auslage an die nächste Person weitergereicht. Das bedeutet: Ihr bekommt nie exakt das, was ihr euch vorher ausgesucht hättet, sondern müsst mit dem arbeiten, was eure Mitspieler:innen euch übrig lassen.

    Die Hexplättchen zeigen neben den Tierarten auch Würfelzahlen, die ihr passend belegen müsst, um das Plättchen überhaupt zu aktivieren – das bloße Vorhandensein eines Tiers reicht also nicht, ihr braucht auch den richtigen Würfel mit der richtigen Zahl darauf.

    Türme bauen und Zwischenwertung

    Habt ihr drei Hexplättchen derselben Farbe zusammengefügt und dabei bestimmte halbrunde Symbole an den Ecken verbunden, dürft ihr einen Turm bauen. Dieser Turm erlaubt es euch anschließend, auch Sechser-Würfel abzulegen, was ohne Turm nicht möglich ist – am Ende bringen höhere Würfelzahlen schließlich mehr Punkte. Das Spiel läuft über zwei Runden, wobei am Ende der ersten Runde bereits eine Zwischenwertung stattfindet: Anhand eines Startpunkt-Tickets wird geprüft, welche durchgehend verbundenen Hexplättchen mit welchen Würfelzahlen ihr erreicht habt.

    Nach dieser Zwischenwertung werden eure persönlichen Plättchen aufgefüllt, und die zweite Runde beginnt. Besonders knifflig sind dabei Tiere mit einem kleinen Herzchen-Symbol, die nur mit niedrigen Würfelzahlen (Eins oder Zwei) belegt werden dürfen – dafür wirken sie am Ende als Multiplikator für die Punkte des jeweiligen zusammenhängenden Gebiets. Bekommt ihr kein passendes Herzchen-Plättchen ins Gebiet, verpufft der potenzielle Bonus komplett.

    Von simpel zu grüblastig

    Zu Beginn fühlt sich Spectacular angenehm simpel an: Ihr legt einfach alles an, was zu eurem Startpunkt passt. Doch je weiter das Spiel voranschreitet, desto mehr müsst ihr abwägen – nehme ich jetzt den Würfel, der dieses Plättchen aktiviert, brauche dafür aber noch ein weiteres Plättchen? Oder warte ich lieber, bis der passende Würfel vorbeikommt? Die Züge werden mit fortschreitendem Spiel spürbar länger, weil zunehmend gegrübelt wird – gleichzeitig schafft man es realistischerweise nie, alle eigenen Wunschvorstellungen im Tierpark zu erfüllen. Das ist aber kein Manko, sondern gehört einfach zum Reiz des Spiels dazu.

    Hintergrund: Ein Brüderpaar aus Norwegen

    Spectacular stammt von den Brüdern Eilif Svensson und Åsmund Svensson, die gemeinsam auch den Verlag Chilifox Games gegründet haben. Das norwegische Duo hat sich in den letzten Jahren einen Namen mit zugänglichen, aber überraschend vielschichtigen Familienspielen gemacht – und Spectacular reiht sich mit seinem ungewöhnlichen Würfel-Plättchen-Puzzle-System nahtlos in diese Tradition ein.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Spectacular

    Für wie viele Spieler ist Spectacular geeignet?

    Spectacular ist für 1–6 Spieler ausgelegt.

    Ab welchem Alter ist Spectacular geeignet?

    Spectacular ist ab 10 Jahren geeignet.

    Wie lange dauert eine Partie Spectacular?

    Eine Partie Spectacular dauert 20–30 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Spectacular?

    Spectacular setzt auf Drafting, Tableau-Building.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Spectacular?

    Brettspiel Teddy bewertet Spectacular mit 7/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Spectacular hat mich positiv überrascht, gerade weil es auf den ersten Blick simpler wirkt, als es am Ende tatsächlich ist. Die Kombination aus begrenzter Auswahl – ihr bekommt ja immer nur, was übrig bleibt oder weitergereicht wird – und dem Balanceakt zwischen Würfeln und passenden Plättchen sorgt für erstaunlich viel Kopfzerbrechen in einem eigentlich familienfreundlichen Spiel.

    Das Beste daran: Spectacular funktioniert von ein bis sechs Spieler:innen und lässt sich problemlos mit Familienspieler:innen-Plus-Runden genauso spielen wie mit erfahreneren Vielspieler:innen. Es ist eben nicht nur „Karten hinlegen“, sondern steckt voller kleiner taktischer Entscheidungen. Eine klare Empfehlung für alle, die ein zugängliches, aber dennoch anspruchsvolles Puzzle-Erlebnis suchen.

    Pro & Contra

    Pro

    • Funktioniert von 1 bis 6 Spielern erstaunlich gut
    • Würfel-Plättchen-Kombination sorgt für mehr Tiefe als erwartet
    • Angenehme Grübelkurve, die mit dem Spielverlauf steigt
    • Zugänglich genug für Familienrunden-Plus

    Contra

    • Reine Zufallskomponente bei der Weitergabe von Würfeln/Plättchen
    • Herzchen-Multiplikator kann bei Pech leer ausgehen
  • 6,5/10
    Kintsugi – Rezension

    Kintsugi – Rezension

    Kintsugi ist ein kleines, aber feines Kartenspiel für zwei bis vier Spieler:innen ab 10 Jahren, das in etwa 15 Minuten gespielt ist. Das Original stammt vom amerikanischen Designer Patrick Rauland unter dem Titel „Broken and Beautiful“, die deutsche Fassung bringt der Verlag Board Game Circus auf den Markt. Das Thema ist ungewöhnlich schön: Kintsugi bezeichnet die japanische Kunst, zerbrochenes Porzellan mit Goldlack wieder zusammenzukleben – statt die Bruchstellen zu verstecken, werden sie bewusst sichtbar und wertvoll gemacht.

    6,5/10
    WERTUNG
    Kintsugi Brettspiel Rezension Video-Still

    Steckbrief

    • Spieler: 2–4
    • Alter: ab 10 Jahren
    • Dauer: ca. 15 Minuten
    • Mechanismus: Kartensammel- und Reparaturspiel
    • Thema: Japanische Reparaturkunst (Kintsugi)

    Karten sammeln, verkaufen oder reparieren

    In der Tischmitte liegt eine Auslage aus Karten, die verschiedenste Porzellan-Objekte zeigen – Tassen, Schüsseln, Tabletts, jeweils in unterschiedlichen Farben und Formen. Oben auf jeder Karte seht ihr ein Geldsymbol, unten steht, wofür ihr am Ende Punkte bekommt, zum Beispiel einen Punkt für jede gesammelte Tasse. Auf der Rückseite zeigt jede Karte dasselbe Objekt noch einmal – diesmal zerbrochen und mit goldenen Kintsugi-Linien repariert, was euch satte zwei Punkte statt nur einem einbringt.

    Reihum draftet ihr Karten aus der Auslage nach dem Schlangenprinzip: Der oder die Erste nimmt sich eine Karte, dann die nächste Person, und so weiter, bis wieder von hinten zurückgedraftet wird. Jede genommene Karte könnt ihr entweder sofort verkaufen und dafür das aufgedruckte Geld kassieren, oder ihr legt sie in eure eigene Auslage, wo sie euch am Ende Punkte bringt.

    Der Trick mit dem Zerbrechen

    Bleiben nach dem Draften Karten übrig, passiert etwas Spannendes: Jede Person schaut in die eigene Auslage, ob sie ein Objekt besitzt, das zu den übrig gebliebenen Karten passt – besitzt sie zum Beispiel eine Schüssel und eine der übrig gebliebenen Karten zeigt ebenfalls eine Schüssel, dann zerbricht diese Schüssel bei ihr. Ihr dreht die Karte quer, und ab sofort zählt sie nicht mehr für die Wertung.

    Das Fiese und gleichzeitig Clevere daran: Ihr könnt das während des Drafts beeinflussen. Seht ihr, dass eine Mitspielerin bereits viele Schüsseln gesammelt hat, könnt ihr gezielt eine weitere Schüssel-Karte übrig lassen, um ihr Sammlung zerbrechen zu lassen. Zerbrechen ist dabei nicht zwangsläufig schlecht, denn sobald alle zerbrochenen Objekte feststehen, dürft ihr reparieren: Zahlt ihr die auf der Karte angegebene Menge Münzen, dreht ihr sie auf die goldene Rückseite und sichert euch damit den doppelten Punktwert – dauerhaft, denn einmal reparierte Objekte können nicht wieder zerbrechen.

    Hintergrund: Von „Broken and Beautiful“ zu Kintsugi

    Das Original von Patrick Rauland trug den Titel „Broken and Beautiful – A Game About Kintsugi“ und überzeugte bereits im englischsprachigen Raum mit seiner ungewöhnlichen Ästhetik, die von der Illustratorin Shirley Gong gestaltet wurde. Der deutsche Verlag Board Game Circus, der sich auf die Lokalisierung besonderer kleiner Spiele mit starkem Thema spezialisiert hat, brachte das Spiel unter dem eingängigeren Namen Kintsugi auf den deutschen Markt.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Kintsugi

    Für wie viele Spieler ist Kintsugi geeignet?

    Kintsugi ist für 2–4 Spieler ausgelegt.

    Ab welchem Alter ist Kintsugi geeignet?

    Kintsugi ist ab 10 Jahren geeignet.

    Wie lange dauert eine Partie Kintsugi?

    Eine Partie Kintsugi dauert ca. 15 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Kintsugi?

    Kintsugi setzt auf Kartensammel- und Reparaturspiel.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Kintsugi?

    Brettspiel Teddy bewertet Kintsugi mit 6.5/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Kintsugi ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie ein simples Kartenspiel-Grundgerüst durch ein starkes Thema und einen cleveren taktischen Kniff zu etwas Besonderem wird. Das Draften an sich ist schnell erklärt, aber die Entscheidung, ob ihr eine Karte für euch nehmt, verkauft oder bewusst liegen lasst, um die Sammlung eines Mitspielers zerbrechen zu lassen, sorgt für angenehme zwischenmenschliche Spannung, ohne dass das Spiel dabei gemein wird.

    Mit nur 15 Minuten Spielzeit ist Kintsugi perfekt für zwischendurch oder als Absacker-Spiel am Ende eines Spieleabends geeignet. Wer schöne, thematisch ungewöhnliche kleine Kartenspiele mag, sollte hier definitiv einen Blick riskieren.

    Pro & Contra

    Pro

    • Ungewöhnliches, schön umgesetztes Thema
    • In 15 Minuten erklärt und gespielt
    • Cleverer taktischer Kniff beim bewussten Liegenlassen von Karten
    • Reparieren als lohnender, dauerhafter Bonus

    Contra

    • Wenig Tiefe für Vielspieler auf Dauer
    • Zufallslastig je nach Kartenauslage

    Werbung: Kintsugi kaufen – wenn du darüber bestellst, unterstützt du den Kanal ohne Mehrkosten für dich:

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  • 8,0/10
    Algae Inc – Rezension

    Algae Inc – Rezension

    Algae Inc hat mich wirklich überrascht. Ich war schon auf den SPIEL-Tagen ganz heiß darauf, denn ich hatte dort die Designerin Julia Thiemann und ihren Co-Autor Christoph Waage getroffen, konnte das Spiel dort aber nicht anspielen, weil der Tisch ständig besetzt war. Die Veröffentlichung hat sich dann noch mehrfach verschoben – aber ich kann euch sagen: Die Vorfreude hat sich absolut gelohnt. Selten hatte ich bei einem Spiel eine so hohe Erwartungshaltung, die am Ende sogar noch übertroffen wurde.

    8,0/10
    WERTUNG
    Algae Inc – Szenenbild aus dem Brettspiel-Teddy-Video

    Steckbrief

    • Spieler: 1–4
    • Dauer: 60–120 Minuten
    • Mechanismus: Aktionsbaum, Engine-Building
    • Thema: Algenfabrik

    Die eigene Algenfabrik: Jedes Tableau tickt anders

    In Algae Inc betreibt jede Person ihre eigene kleine Algenfabrik, in der Algen zu Kosmetik, Geschirr, Nahrungsmitteln und weiteren Produkten verarbeitet werden. Das Besondere: Jedes Spieler-Tableau ist asymmetrisch aufgebaut. Ihr habt zwar alle Fließbänder, mit denen die Algen von Maschine zu Maschine wandern, aber die Anordnung dieser Bänder unterscheidet sich – mal läuft ein Band nach oben, mal kreuz und quer über das Tableau. Dadurch spielt sich jede Fabrik spürbar anders, selbst wenn die grundsätzlichen Regeln identisch bleiben.

    Es gibt vier verschiedene Algenarten, doch zu Beginn dürft ihr nur eine einzige davon produzieren. Erst im Spielverlauf schaltet ihr weitere Felder frei, um zusätzliche Algenarten zu verarbeiten – was wiederum bessere und wertvollere Produkte ermöglicht.

    Der Aktionsbaum: Vorausplanung ist alles

    Das Herzstück von Algae Inc ist ein cleveres Aktionswahlsystem in Form eines Aktionsbaums. Jede Aktion ist dabei nur mit zwei weiteren Aktionen auf der nächsten Ebene verbunden. Wählt ihr also eine Aktion ganz unten links, verbaut ihr euch damit automatisch den Zugriff auf bestimmte Aktionen weiter oben rechts. Das zwingt euch, schon beim ersten Zug der Runde zu überlegen, welche Aktion ihr als Nächstes und Übernächstes wirklich braucht.

    Der Aktionsbaum hat fünf Etagen, das heißt, jede Runde besteht aus fünf Zügen, bis ihr oben ankommt. Und auch dort ist die Reise nicht vorbei: Am Ende jedes der drei Aktionsstränge warten unterschiedliche Boni, die ihr aber nur bekommt, wenn euer Energiestand hoch genug ist. Die Energieleiste ist dreigeteilt – im roten Bereich gibt es gar keinen Bonus, in der Mitte dürft ihr euch einen von zwei Boni aussuchen, und im grünen Bereich sogar beide. Das schafft einen echten Anreiz, die eigene Energieversorgung im Blick zu behalten.

    Fließbänder, Arbeiter und ein cleveres Puzzle-Element

    Über eine der Grundaktionen aktiviert ihr eure Maschinen und schiebt die gelagerten Algen von Fließband zu Fließband, bis sie am Ende produziert sind. Die fertigen Produkte könnt ihr anschließend an verschiedene Orte auf dem Spielplan liefern – jeder Ort verlangt dabei einen bestimmten Warenwert, den ihr aus euren Produkten zusammenstellen müsst.

    Zusätzlich stehen euch drei verschiedenfarbige Arbeiter zur Verfügung, die jeweils zwei unterschiedliche Aktionen ausführen können: Der eine bringt euch zusätzliche Algen, ein anderer erlaubt es, Plättchen auf eurem Tableau zu entfernen oder zu ergänzen. Genau hier kommt das Puzzle-Element ins Spiel: Auf eurem Board gibt es dunkelblaue Plättchen, die Maschinenverbesserungen darstellen und die ihr loswerden wollt, und hellblaue Plättchen, die ihr stattdessen gezielt an ihre Stelle setzen möchtet. Am Ende zählt die größte zusammenhängende Fläche dieser hellblauen Plättchen für zusätzliche Punkte – ein herrlich verzahntes Detail, das dem Spiel noch eine weitere strategische Ebene hinzufügt.

    Liefern, Meilensteine und der Weg zu mehr Einkommen

    Neben der reinen Produktion dreht sich in Algae Inc vieles um das Liefern eurer fertigen Waren. Jeder Lieferort verlangt einen bestimmten Warenwert, den ihr aus euren produzierten Gütern zusammenstellen müsst – ähnlich wie beim Zusammenrechnen verschiedener Warenwerte, bis die geforderte Summe erreicht ist. Für jede Lieferung gibt es nicht nur direkte Belohnungen, sondern ihr erfüllt damit auch Meilensteine: Liefert ihr etwa in zwei unterschiedlich farbige Regionen oder in Städte mit hohem Wert, dürft ihr Marker auf eurem Tableau platzieren.

    Diese Marker sind mehr als nur Häkchen auf einer Liste – sie schalten zusätzliche Einkommensfelder frei. Je mehr Marker ihr im Laufe des Spiels setzt, desto mehr Einkommen generiert ihr am Rundenende automatisch. Besonders clever gelöst: Ihr müsst zuerst die linken Einkommensfelder freischalten, bevor ihr auf der rechten Seite an die wertvolleren Siegpunkt-Felder herankommt. Das erzeugt eine klare Reihenfolge, in der sich eure Fabrik entwickeln muss, und verhindert, dass man sich gleich zu Beginn nur auf die dicksten Punktequellen stürzt.

    Für wen lohnt sich Algae Inc?

    Algae Inc richtet sich klar an Vielspieler:innen, die komplexe, gut verzahnte Euro-Spiele mit Engine-Building-Charakter schätzen. Wer bereits Spiele wie Marco Polo, Praga Caput Regni oder ähnliche Aktionswahl-Euros mag, wird sich bei Algae Inc sofort zuhause fühlen. Für Gelegenheitsspieler:innen oder reine Familienrunden ist der Einstieg dagegen recht anspruchsvoll – die Kombination aus Aktionsbaum, Energiemanagement, Fließband-Puzzle und Meilenstein-System will erst einmal verinnerlicht werden. Wer sich aber darauf einlässt, wird mit einem der rundesten neuen Euro-Spiele des Jahres belohnt.

    Hintergrund: Ein deutsches Autorenduo mit Gespür für Verzahnung

    Algae Inc stammt von der deutschen Designerin Julia Thiemann und ihrem Co-Autor Christoph Waage und ist beim belgischen Verlag Game Brewer erschienen, der in den letzten Jahren mit anspruchsvollen, hochwertig produzierten Euro-Spielen aufgefallen ist. Das Thema – die Verarbeitung von Algen zu nachhaltigen Zukunftsprodukten wie Bioplastik oder Kosmetik – ist ungewöhnlich frisch und passt hervorragend zum aktuellen Trend hin zu Spielen mit realweltlichem Hintergrund und Nachhaltigkeitsbezug.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Algae Inc

    Für wie viele Spieler ist Algae Inc geeignet?

    Algae Inc ist für 1–4 Spieler ausgelegt.

    Wie lange dauert eine Partie Algae Inc?

    Eine Partie Algae Inc dauert 60–120 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Algae Inc?

    Algae Inc setzt auf Aktionsbaum, Engine-Building.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Algae Inc?

    Brettspiel Teddy bewertet Algae Inc mit 8,0/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Algae Inc ist eines der stärksten neuen Euro-Spiele, die ich dieses Jahr auf dem Teddytisch hatte. Die Grundaktionen für sich genommen sind angenehm simpel – einen Arbeiter aktivieren, ein Fließband schieben, ein Plättchen setzen – aber das Zusammenspiel all dieser Elemente ist unglaublich clever verzahnt. Der Aktionsbaum sorgt für angenehmes Grübeln, ohne dabei zäh zu werden, und das Puzzle-Element mit den hellblauen Plättchen gibt dem Spiel noch einen zusätzlichen strategischen Kniff.

    Mit 60 bis 120 Minuten Spielzeit ist Algae Inc definitiv ein Spiel für den etwas planungsintensiveren Spieleabend, nicht für zwischendurch. Aber wer gerne vorausplant, Engines baut und Ressourcen optimiert, wird hier ein rundes, durchdachtes Erlebnis finden. Für mich klar eines der Highlights des Jahres und ein fester Kandidat für meine persönliche Top 10.

    Pro & Contra

    Pro

    • Clever verzahntes Aktionswahl- und Puzzle-System
    • Asymmetrische Spieler-Tableaus sorgen für Abwechslung
    • Ungewöhnliches, frisches Thema (Algen-Wirtschaft)
    • Angenehm grüblastig, ohne zäh zu werden

    Contra

    • Mit 60-120 Minuten kein Spiel für zwischendurch
    • Hoher Planungsaufwand kann Einsteiger überfordern

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  • 7/10
    Skara Brae – Rezension

    Skara Brae – Rezension

    Skara Brae kam bei mir über Kickstarter an, und ich habe es direkt auf den Tisch gebracht – schließlich mag ich die Spiele von Garphill Games sehr, bekannt durch Reihen wie Die Architekten des Westfrankenreichs oder Reisende des Tigris. Skara Brae ist im Vergleich dazu spürbar seichter, was aber keineswegs schlecht sein muss. Das Spiel entführt euch rund 5000 Jahre zurück auf die Orkney-Inseln, wo ihr eine kleine steinzeitliche Siedlung führt.

    7/10
    WERTUNG
    Skara Brae – Szenenbild aus dem Brettspiel-Teddy-Video

    Steckbrief

    • Spieler: 1–4
    • Alter: ab 13 Jahren
    • Dauer: ca. 60 Minuten
    • Mechanismus: Karten-Drafting, leichtes Worker-Placement
    • Thema: Steinzeit-Siedlung auf den Orkney-Inseln

    Eine wandernde Startspielerreihenfolge

    Der Auswahlmechanismus ist wirklich interessant gelöst: Dorfkarten liegen offen aus, und ein Marker zeigt an, wer als Nächstes an der Reihe ist. Wählt jemand eine Karte, wandert der Marker automatisch weiter nach hinten in der Reihenfolge für die kommende Runde. Ihr habt sogar die Möglichkeit zu warten – lasst ihr erst alle anderen wählen, bekommt ihr zwar die letzte verbleibende Karte, dafür aber garantiert die Startspielerrolle in der nächsten Runde. Ein cleveres kleines System, das ständig neue taktische Abwägungen erzeugt.

    Dorfplättchen, Ressourcen und der wachsende Müllberg

    Gespielt wird über vier Runden mit je drei Zügen. In eurem Zug wählt ihr zunächst eine Dorfkarte und legt sie in den passenden Bereich eures Tableaus, wodurch ihr Ressourcen erhaltet. Anschließend aktiviert ihr eines von zehn Dorfplättchen, die jeweils eigene Aktionen bieten – etwa Ressourcen sammeln oder verkochen. Im Spielverlauf lassen sich diese Plättchen sogar umdrehen und dadurch aufwerten, wodurch die Aktionen stärker werden, zum Beispiel mehr Nahrung beim Kochen.

    Ein spannendes Detail ist der Müll-Marker: Je mehr ihr produziert, desto mehr Abfall sammelt sich an, den ihr aktiv wieder abbauen müsst – bleibt zu viel liegen, gibt es am Ende Minuspunkte. Zusätzlich müsst ihr am Ende jeder Runde all eure Dorfbewohnerinnen und -bewohner mit Nahrung versorgen; gelingt das nicht, müsst ihr entsprechend viele Karten wieder abwerfen. In unserer Partie war deswegen fast immer mindestens eine Aktion pro Runde der Nahrungsproduktion gewidmet.

    Hintergrund: Erneut Shem Phillips bei Garphill Games

    Skara Brae stammt von Shem Phillips und Bobby Hill, mit Illustrationen von Sam Phillips, und erschien wie gewohnt zunächst über eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne bei Garphill Games, die ihr ursprüngliches Finanzierungsziel von rund 14.000 US-Dollar mit über 178.000 US-Dollar von 1.515 Unterstützer:innen deutlich übertraf. Eine deutsche Ausgabe ist über den Schwerkraft-Verlag zu erwarten. Im Vergleich zu den komplexeren Serien des Studios wie West Kingdom oder South Tigris positioniert sich Skara Brae bewusst als leichterer Einstieg in die Garphill-Games-Welt.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Skara Brae

    Für wie viele Spieler ist Skara Brae geeignet?

    Skara Brae ist für 1–4 Spieler ausgelegt.

    Ab welchem Alter ist Skara Brae geeignet?

    Skara Brae ist ab 13 Jahren geeignet.

    Wie lange dauert eine Partie Skara Brae?

    Eine Partie Skara Brae dauert ca. 60 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Skara Brae?

    Skara Brae setzt auf Karten-Drafting, leichtes Worker-Placement.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Skara Brae?

    Brettspiel Teddy bewertet Skara Brae mit 7/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Skara Brae ist ein seichtes, aber durchaus vorausplanungsintensives Worker-Placement-Spiel, das grafisch eher funktional als spektakulär daherkommt, thematisch aber trotzdem stimmig wirkt. Wer Spiele wie Nusfjord oder ähnliche zugängliche Aufbauspiele mag, wird auch hier seinen Spaß haben – ich würde die Komplexität ungefähr auf demselben Niveau ansiedeln.

    Für Fans von Garphill Games, die einen leichteren Ableger im Portfolio des Studios suchen, oder für alle, die generell entspannte, aber nicht komplett anspruchslose Aufbauspiele mit Steinzeit-Thema mögen, ist Skara Brae eine solide Empfehlung.

    Pro & Contra

    Pro

    • Cleveres, wanderndes Startspieler-System
    • Guter Einstieg in die Garphill-Games-Welt
    • Müll-Management sorgt für zusätzliche taktische Ebene
    • Solide vier-Runden-Struktur ohne Längen

    Contra

    • Grafisch eher funktional als herausragend
    • Für Garphill-Fans der komplexeren Serien evtl. zu leicht

    Werbung: Skara Brae kaufen – wenn du darüber bestellst, unterstützt du den Kanal ohne Mehrkosten für dich: