Spieldauer: 30-60 Minuten

  • 6/10
    Atua – Rezension

    Atua – Rezension

    Atua entführt uns nach Polynesien und stammt vom Designer Scott Almes, bekannt unter anderem für seine kompakten „Tiny Epic“-Spiele. Atua richtet sich an Spieler:innen ab 8 Jahren, lässt sich mit 1 bis 6 Personen spielen und dauert etwa 30 Minuten – eine bemerkenswerte Spannbreite an Spieleranzahl, die nur wenige Titel überhaupt sauber abdecken.
    6/10
    WERTUNG
    Atua Brettspiel Rezension Video-Still

    Steckbrief

    • Spieler: 1–6
    • Alter: ab 8 Jahren
    • Dauer: ca. 30 Minuten
    • Mechanismus: Kartenanlege-Puzzle
    • Thema: Polynesische Insel

    Karten schräg legen: Ein Puzzle, das über Eck wächst

    In Atua baut ihr euch eine eigene polynesische Inselwelt auf, indem ihr Karten anlegt, die verschiedenste Landschaften wie Wald, Strand oder Vulkane zeigen. Das Besondere daran: Die Karten werden nicht einfach flach nebeneinander gelegt, sondern auch schräg und über Eck platziert, wodurch eine herrlich kreuz und quer gewachsene, organische Insel entsteht, die von Partie zu Partie völlig unterschiedlich aussieht. In jeder Runde nehmt ihr euch eine Karte aus der offenen Auslage und legt sie so an eine bereits ausliegende Karte an, dass dabei mindestens ein Symbol überdeckt wird. Dieses Anlegen erfordert durchaus Taktik und vorausschauende Planung, denn ihr müsst eure wachsende Insel harmonisch gestalten, um am Ende möglichst viele der verschiedenen Wertungskriterien zu erfüllen.

    Neun Runden, sechs Wertungskriterien

    Das Spiel erstreckt sich über insgesamt neun Runden. Im Spiel zu zweit werden dabei verschiedene Kartenstapel verwendet, sodass jede Person am Ende vier Karten vor sich liegen hat. Nach jeweils vier gelegten Karten folgt eine Wertungsrunde, bei der aus sechs verschiedenen Wertungskriterien ausgewählt wird. In den ersten beiden Wertungsrunden wählt ihr jeweils ein beziehungsweise zwei Kriterien aus, die dann gewertet werden – erst in der letzten Runde werden schließlich alle noch verbliebenen Kriterien gemeinsam bewertet. Die Kriterien selbst sind angenehm vielfältig:
    • Fisch und Angelhaken: Für jedes vollständige Set aus Fisch und Angelhaken gibt es Punkte – allerdings nur, solange ihr nicht mehr Angelhaken als Fische besitzt, sonst geht ihr komplett leer aus.
    • Jäger und Vögel: Nach demselben Prinzip – die Anzahl der Jäger darf die der Vögel nicht übersteigen, um überhaupt Punkte zu erhalten.
    • Boote und Palmen: Punkte gibt es hier nur, wenn ihr mehr Palmen als Boote in eurer Insel habt.
    • Totem-Symbole: Ihr zählt eure verschiedenen Totems, wobei doppelte Symbole nicht mehr zusätzlich zählen – das führt zu interessanten Überlegungen beim Anlegen, ob sich ein weiteres identisches Symbol überhaupt noch lohnt.
    • Längster Strand: Am Ende gibt es Punkte für den längsten zusammenhängenden Strandabschnitt eurer Insel.
    Ihr müsst also geschickt Karten anlegen, um eure Symbole zu optimieren und möglichst viele der gewählten Kriterien zu erfüllen. Zusätzlich kostet das Nehmen von Karten aus der Auslage Kokosnüsse, die als eigene Währung fungieren – die erste Karte ist dabei kostenlos, für jede weitere müsst ihr Kokosnüsse auf den vorherigen Karten ablegen.

    Für Fortgeschrittene: Charaktere und riskante Aufgaben

    Atua bietet zusätzlich einen anspruchsvolleren Spielmodus, bei dem jede Person einen individuellen Charakter mit speziellen Fähigkeiten erhält. Diese Charaktere beziehen sich auf bestimmte Symbole in der Auslage und lassen sich umdrehen, um Punkte zu erhalten und spezielle Boni zu aktivieren – eine schöne Möglichkeit, das Grundspiel für erfahrenere Runden zu vertiefen. Außerdem gibt es optionale Aufgabenkarten, die ihr im Spielverlauf käuflich erwerben könnt. Diese Aufgaben bringen euch am Ende viele zusätzliche Punkte, wenn ihr sie erfolgreich erfüllt – können euch aber auch empfindliche Minuspunkte einbringen, wenn ihr sie am Ende verfehlt. Dieses Risiko-Element sorgt für zusätzliche Spannung und gibt erfahreneren Spielrunden die Möglichkeit, das Spiel deutlich taktischer anzugehen, als es das reine Grundspiel erlaubt.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Atua

    Für wie viele Spieler ist Atua geeignet?

    Atua ist für 1–6 Spieler ausgelegt.

    Ab welchem Alter ist Atua geeignet?

    Atua ist ab 8 Jahren geeignet.

    Wie lange dauert eine Partie Atua?

    Eine Partie Atua dauert ca. 30 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Atua?

    Atua setzt auf Kartenanlege-Puzzle.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Atua?

    Brettspiel Teddy bewertet Atua mit 6/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Das macht Atua zu einem strategischen Legespiel mit einer angenehmen Mischung aus Planung, Risiko und taktischem Puzzle-Element. Besonders die enorme Bandbreite von 1 bis 6 Spieler:innen ist bemerkenswert – nur wenige Spiele schaffen es, sich über eine derart große Spannweite hinweg gleich gut anzufühlen, und Atua meistert diesen Balanceakt erstaunlich gut. Das Grundspiel ist für erfahrene Vielspieler:innen möglicherweise etwas zu simpel, aber genau hier setzt der erweiterte Modus mit Charakteren und Aufgabenkarten an, der noch einmal spürbar mehr taktische Tiefe hineinbringt. Das variable Wertungssystem mit den wechselnden Kriterien pro Partie sorgt zudem dafür, dass sich Atua auch nach mehreren Durchgängen noch frisch anfühlt, weil ihr eure Strategie jedes Mal neu an die aktuell gewählten Kriterien anpassen müsst. Für alle, die ein flexibles, hübsch gestaltetes Legespiel mit polynesischem Flair suchen, das sowohl solo als auch in großer Runde funktioniert, ist Atua eine solide, empfehlenswerte Wahl.

    Pro & Contra

    Pro

    • Funktioniert von 1 bis 6 Spielern erstaunlich gut
    • Mehrere Wertungskriterien sorgen für Abwechslung
    • Erweiterte Modi für mehr taktische Tiefe
    • Organisches Kartenlege-Prinzip über Eck ist erfrischend anders

    Contra

    • Grundspiel evtl. zu simpel für Vielspieler:innen ohne Erweiterung
    • Variables Wertungssystem braucht etwas Eingewöhnung

    Werbung: Atua kaufen – wenn du darüber bestellst, unterstützt du den Kanal ohne Mehrkosten für dich:

  • 7/10
    Spectacular – Rezension

    Spectacular – Rezension

    Spectacular vom norwegischen Verlag Chilifox Games ist ein tolles Familienspiel-Plus für ein bis sechs Spieler:innen ab 10 Jahren, das etwa 20 bis 30 Minuten dauert. Wer letztes Jahr bereits „Fütterprinz“ (Feed the Kraken) kannte, bewegt sich hier auf einem ähnlichen Komplexitätslevel – vielleicht sogar eine Idee anspruchsvoller. Wir bauen uns hier einen Tierpark, allerdings ganz anders als bei bekannten Zoo-Aufbauspielen: Der Fokus liegt hier auf einem cleveren Würfel-und-Plättchen-Puzzle statt auf reinem Tableau-Building.

    7/10
    WERTUNG
    Spectacular – Szenenbild aus dem Brettspiel-Teddy-Video

    Steckbrief

    • Spieler: 1–6
    • Alter: ab 10 Jahren
    • Dauer: 20–30 Minuten
    • Mechanismus: Drafting, Tableau-Building
    • Thema: Tierpark

    Würfel und Plättchen im Wechselspiel

    Jede Person hat eine eigene, persönliche Auslage mit Würfeln – zwei von jeder Farbe – und Hexplättchen, die verschiedene Tierarten zeigen, darunter auch mal ein Zebra als möglicher Startpunkt. Zusätzlich gibt es eine allgemeine Auslage, in der ebenfalls Würfel und Plättchen liegen. Immer wenn ihr an der Reihe seid, wählt ihr eines eurer eigenen Teile – entweder einen Würfel oder ein Plättchen – und zusätzlich eines aus der Auslage, die vor euch liegt. Anschließend wird diese Auslage an die nächste Person weitergereicht. Das bedeutet: Ihr bekommt nie exakt das, was ihr euch vorher ausgesucht hättet, sondern müsst mit dem arbeiten, was eure Mitspieler:innen euch übrig lassen.

    Die Hexplättchen zeigen neben den Tierarten auch Würfelzahlen, die ihr passend belegen müsst, um das Plättchen überhaupt zu aktivieren – das bloße Vorhandensein eines Tiers reicht also nicht, ihr braucht auch den richtigen Würfel mit der richtigen Zahl darauf.

    Türme bauen und Zwischenwertung

    Habt ihr drei Hexplättchen derselben Farbe zusammengefügt und dabei bestimmte halbrunde Symbole an den Ecken verbunden, dürft ihr einen Turm bauen. Dieser Turm erlaubt es euch anschließend, auch Sechser-Würfel abzulegen, was ohne Turm nicht möglich ist – am Ende bringen höhere Würfelzahlen schließlich mehr Punkte. Das Spiel läuft über zwei Runden, wobei am Ende der ersten Runde bereits eine Zwischenwertung stattfindet: Anhand eines Startpunkt-Tickets wird geprüft, welche durchgehend verbundenen Hexplättchen mit welchen Würfelzahlen ihr erreicht habt.

    Nach dieser Zwischenwertung werden eure persönlichen Plättchen aufgefüllt, und die zweite Runde beginnt. Besonders knifflig sind dabei Tiere mit einem kleinen Herzchen-Symbol, die nur mit niedrigen Würfelzahlen (Eins oder Zwei) belegt werden dürfen – dafür wirken sie am Ende als Multiplikator für die Punkte des jeweiligen zusammenhängenden Gebiets. Bekommt ihr kein passendes Herzchen-Plättchen ins Gebiet, verpufft der potenzielle Bonus komplett.

    Von simpel zu grüblastig

    Zu Beginn fühlt sich Spectacular angenehm simpel an: Ihr legt einfach alles an, was zu eurem Startpunkt passt. Doch je weiter das Spiel voranschreitet, desto mehr müsst ihr abwägen – nehme ich jetzt den Würfel, der dieses Plättchen aktiviert, brauche dafür aber noch ein weiteres Plättchen? Oder warte ich lieber, bis der passende Würfel vorbeikommt? Die Züge werden mit fortschreitendem Spiel spürbar länger, weil zunehmend gegrübelt wird – gleichzeitig schafft man es realistischerweise nie, alle eigenen Wunschvorstellungen im Tierpark zu erfüllen. Das ist aber kein Manko, sondern gehört einfach zum Reiz des Spiels dazu.

    Hintergrund: Ein Brüderpaar aus Norwegen

    Spectacular stammt von den Brüdern Eilif Svensson und Åsmund Svensson, die gemeinsam auch den Verlag Chilifox Games gegründet haben. Das norwegische Duo hat sich in den letzten Jahren einen Namen mit zugänglichen, aber überraschend vielschichtigen Familienspielen gemacht – und Spectacular reiht sich mit seinem ungewöhnlichen Würfel-Plättchen-Puzzle-System nahtlos in diese Tradition ein.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Spectacular

    Für wie viele Spieler ist Spectacular geeignet?

    Spectacular ist für 1–6 Spieler ausgelegt.

    Ab welchem Alter ist Spectacular geeignet?

    Spectacular ist ab 10 Jahren geeignet.

    Wie lange dauert eine Partie Spectacular?

    Eine Partie Spectacular dauert 20–30 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Spectacular?

    Spectacular setzt auf Drafting, Tableau-Building.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Spectacular?

    Brettspiel Teddy bewertet Spectacular mit 7/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Spectacular hat mich positiv überrascht, gerade weil es auf den ersten Blick simpler wirkt, als es am Ende tatsächlich ist. Die Kombination aus begrenzter Auswahl – ihr bekommt ja immer nur, was übrig bleibt oder weitergereicht wird – und dem Balanceakt zwischen Würfeln und passenden Plättchen sorgt für erstaunlich viel Kopfzerbrechen in einem eigentlich familienfreundlichen Spiel.

    Das Beste daran: Spectacular funktioniert von ein bis sechs Spieler:innen und lässt sich problemlos mit Familienspieler:innen-Plus-Runden genauso spielen wie mit erfahreneren Vielspieler:innen. Es ist eben nicht nur „Karten hinlegen“, sondern steckt voller kleiner taktischer Entscheidungen. Eine klare Empfehlung für alle, die ein zugängliches, aber dennoch anspruchsvolles Puzzle-Erlebnis suchen.

    Pro & Contra

    Pro

    • Funktioniert von 1 bis 6 Spielern erstaunlich gut
    • Würfel-Plättchen-Kombination sorgt für mehr Tiefe als erwartet
    • Angenehme Grübelkurve, die mit dem Spielverlauf steigt
    • Zugänglich genug für Familienrunden-Plus

    Contra

    • Reine Zufallskomponente bei der Weitergabe von Würfeln/Plättchen
    • Herzchen-Multiplikator kann bei Pech leer ausgehen
  • 8/10
    Herr der Ringe – Duell um Mittelerde – Rezension

    Herr der Ringe – Duell um Mittelerde – Rezension

    Der Herr der Ringe – Duell um Mittelerde ist der offizielle Nachfolger von 7 Wonders Duel, jetzt im Herr-der-Ringe-Universum angesiedelt. Ich fasse mich hier bewusst etwas kürzer, denn das Spiel gehörte schon zu meinen absoluten Top-Spielen und es gibt bereits ein ausführliches Video von mir dazu. Aber ein paar Worte dazu gehören natürlich trotzdem in diese Rezension.

    8/10
    WERTUNG
    Herr der Ringe – Duell um Mittelerde Brettspiel Rezension Video-Still

    Steckbrief

    • Spieler: 2
    • Alter: ab 10 Jahren
    • Dauer: ca. 30 Minuten
    • Mechanismus: 7-Wonders-Duel-Ableger
    • Thema: Herr der Ringe

    Bekannter Mechanismus, neues Gewand

    Wer 7 Wonders Duel kennt, findet sich hier sofort zurecht: Ihr nehmt euch Karten aus einer offenen Auslage, die in einem sich verändernden Muster ausliegt – anfangs eine auf dem Kopf stehende Pyramide, die sich von Runde zu Runde neu aufbaut. Für viele Karten müsst ihr Kosten bezahlen oder bestimmte Bedingungen erfüllen, dafür bringen euch die Karten Ressourcen, Militäreinheiten oder besondere Boni, mit denen ihr euren Einfluss in Mittelerde ausbaut.

    Der entscheidende Unterschied zum Original: Klassische Siegpunkte, wie ihr sie von 7 Wonders Duel kennt, gibt es hier nicht. Stattdessen gewinnt ihr über eines von mehreren alternativen Wegen.

    Zwei Rollen, drei Wege zum Sieg

    Anders als beim Original, wo beide Spieler:innen dieselbe Rolle innehaben, übernehmt ihr hier zu Beginn eine von zwei unterschiedlichen Rollen: Entweder ihr seid der Ringträger, der versucht, mit Frodo und Sam zu entkommen, oder ihr spielt den Schwarzen Reiter, der die beiden Hobbits einzufangen versucht. Diese Rolle bezieht sich auf eine eigene Leiste, die „Ring-Reise“, auf der sich beide Seiten Karten sichern können, um sich in die eine oder andere Richtung zu bewegen – hier zählt die Mehrheit, unabhängig von eurer eigentlichen Rolle.

    Statt der Weltwunder aus dem Original baut ihr hier Burgen und Bauwerke aus Mittelerde, die euch zusätzliche Boni bringen und auf denen ihr eigene Truppen platzieren könnt. Und statt des Armeetracks aus 7 Wonders Duel gibt es hier die Herr-der-Ringe-Leiste, auf der sich die militärischen Konflikte zwischen den beiden Parteien abspielen. Ergänzt wird das Ganze durch grüne „Völker“-Karten, ähnlich den Wissenschaftskarten aus dem Original: Sammelt ihr alle sechs verschiedenen Völker auf eurer Seite, endet das Spiel sofort zu eurem Vorteil.

    Hintergrund: Vom Klassiker zur Mittelerde-Version

    Der Herr der Ringe – Duell um Mittelerde erschien beim französischen Verlag Repos Production, der bereits das Original 7 Wonders Duel herausgebracht hat, und wurde erneut von Antoine Bauza und Bruno Cathala gestaltet, illustriert von Vincent Dutrait. Dass ausgerechnet dieses Duo für die Lizenzversion im Herr-der-Ringe-Universum verantwortlich zeichnet, ist kein Zufall: Wer den preisgekrönten Mechanismus des Originals kennt, weiß genau, worauf sich Fans hier freuen dürfen – eine sorgfältig durchdachte Neuinterpretation statt einer bloßen Reskin-Version.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Herr der Ringe – Duell um Mittelerde

    Für wie viele Spieler ist Herr der Ringe – Duell um Mittelerde geeignet?

    Herr der Ringe – Duell um Mittelerde ist für 2 Spieler ausgelegt.

    Ab welchem Alter ist Herr der Ringe – Duell um Mittelerde geeignet?

    Herr der Ringe – Duell um Mittelerde ist ab 10 Jahren geeignet.

    Wie lange dauert eine Partie Herr der Ringe – Duell um Mittelerde?

    Eine Partie Herr der Ringe – Duell um Mittelerde dauert ca. 30 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Herr der Ringe – Duell um Mittelerde?

    Herr der Ringe – Duell um Mittelerde setzt auf 7-Wonders-Duel-Ableger.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Herr der Ringe – Duell um Mittelerde?

    Brettspiel Teddy bewertet Herr der Ringe – Duell um Mittelerde mit 8/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Der Herr der Ringe – Duell um Mittelerde gefällt mir nach wie vor sehr gut. Von Antoine Bauza und Bruno Cathala designt, den Autoren von 7 Wonders Duel selbst, merkt man dem Spiel die Erfahrung der beiden an: Alles fühlt sich vertraut und dabei gleichzeitig frisch an. Wer 7 Wonders Duel mochte, wird hier ebenfalls seinen Spaß finden, und wer sich zusätzlich im Herr-der-Ringe-Universum zuhause fühlt, bekommt hier noch mal einen ordentlichen Bonus an Vorfreude obendrauf.

    Mir persönlich gefällt 7 Wonders Duel insgesamt noch einen Tick besser – vor allem, weil es mit seinen Erweiterungen inzwischen noch mehr Komplexität und Varianz bietet, die es hier (noch) nicht gibt. Aber auch ohne diesen Vergleich ist Der Herr der Ringe – Duell um Mittelerde für sich genommen ein richtig tolles Zwei-Personen-Spiel, das ich jederzeit wieder auf den Tisch bringen würde.

    Pro & Contra

    Pro

    • Bewährter 7-Wonders-Duel-Mechanismus, hervorragend umgesetzt
    • Drei unterschiedliche Wege zum Sieg sorgen für Abwechslung
    • Starkes Herr-der-Ringe-Thema, gut eingebunden
    • Von den erfahrenen Designern des Originals

    Contra

    • Noch keine Erweiterungen verfügbar (Stand Rezension)
    • Wer 7 Wonders Duel bereits besitzt, bekommt eine vertraute Erfahrung

    Werbung: Der Herr der Ringe: Duell um Mittelerde kaufen – wenn du darüber bestellst, unterstützt du den Kanal ohne Mehrkosten für dich:

  • 7/10
    Skara Brae – Rezension

    Skara Brae – Rezension

    Skara Brae kam bei mir über Kickstarter an, und ich habe es direkt auf den Tisch gebracht – schließlich mag ich die Spiele von Garphill Games sehr, bekannt durch Reihen wie Die Architekten des Westfrankenreichs oder Reisende des Tigris. Skara Brae ist im Vergleich dazu spürbar seichter, was aber keineswegs schlecht sein muss. Das Spiel entführt euch rund 5000 Jahre zurück auf die Orkney-Inseln, wo ihr eine kleine steinzeitliche Siedlung führt.

    7/10
    WERTUNG
    Skara Brae – Szenenbild aus dem Brettspiel-Teddy-Video

    Steckbrief

    • Spieler: 1–4
    • Alter: ab 13 Jahren
    • Dauer: ca. 60 Minuten
    • Mechanismus: Karten-Drafting, leichtes Worker-Placement
    • Thema: Steinzeit-Siedlung auf den Orkney-Inseln

    Eine wandernde Startspielerreihenfolge

    Der Auswahlmechanismus ist wirklich interessant gelöst: Dorfkarten liegen offen aus, und ein Marker zeigt an, wer als Nächstes an der Reihe ist. Wählt jemand eine Karte, wandert der Marker automatisch weiter nach hinten in der Reihenfolge für die kommende Runde. Ihr habt sogar die Möglichkeit zu warten – lasst ihr erst alle anderen wählen, bekommt ihr zwar die letzte verbleibende Karte, dafür aber garantiert die Startspielerrolle in der nächsten Runde. Ein cleveres kleines System, das ständig neue taktische Abwägungen erzeugt.

    Dorfplättchen, Ressourcen und der wachsende Müllberg

    Gespielt wird über vier Runden mit je drei Zügen. In eurem Zug wählt ihr zunächst eine Dorfkarte und legt sie in den passenden Bereich eures Tableaus, wodurch ihr Ressourcen erhaltet. Anschließend aktiviert ihr eines von zehn Dorfplättchen, die jeweils eigene Aktionen bieten – etwa Ressourcen sammeln oder verkochen. Im Spielverlauf lassen sich diese Plättchen sogar umdrehen und dadurch aufwerten, wodurch die Aktionen stärker werden, zum Beispiel mehr Nahrung beim Kochen.

    Ein spannendes Detail ist der Müll-Marker: Je mehr ihr produziert, desto mehr Abfall sammelt sich an, den ihr aktiv wieder abbauen müsst – bleibt zu viel liegen, gibt es am Ende Minuspunkte. Zusätzlich müsst ihr am Ende jeder Runde all eure Dorfbewohnerinnen und -bewohner mit Nahrung versorgen; gelingt das nicht, müsst ihr entsprechend viele Karten wieder abwerfen. In unserer Partie war deswegen fast immer mindestens eine Aktion pro Runde der Nahrungsproduktion gewidmet.

    Hintergrund: Erneut Shem Phillips bei Garphill Games

    Skara Brae stammt von Shem Phillips und Bobby Hill, mit Illustrationen von Sam Phillips, und erschien wie gewohnt zunächst über eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne bei Garphill Games, die ihr ursprüngliches Finanzierungsziel von rund 14.000 US-Dollar mit über 178.000 US-Dollar von 1.515 Unterstützer:innen deutlich übertraf. Eine deutsche Ausgabe ist über den Schwerkraft-Verlag zu erwarten. Im Vergleich zu den komplexeren Serien des Studios wie West Kingdom oder South Tigris positioniert sich Skara Brae bewusst als leichterer Einstieg in die Garphill-Games-Welt.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Skara Brae

    Für wie viele Spieler ist Skara Brae geeignet?

    Skara Brae ist für 1–4 Spieler ausgelegt.

    Ab welchem Alter ist Skara Brae geeignet?

    Skara Brae ist ab 13 Jahren geeignet.

    Wie lange dauert eine Partie Skara Brae?

    Eine Partie Skara Brae dauert ca. 60 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Skara Brae?

    Skara Brae setzt auf Karten-Drafting, leichtes Worker-Placement.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Skara Brae?

    Brettspiel Teddy bewertet Skara Brae mit 7/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Skara Brae ist ein seichtes, aber durchaus vorausplanungsintensives Worker-Placement-Spiel, das grafisch eher funktional als spektakulär daherkommt, thematisch aber trotzdem stimmig wirkt. Wer Spiele wie Nusfjord oder ähnliche zugängliche Aufbauspiele mag, wird auch hier seinen Spaß haben – ich würde die Komplexität ungefähr auf demselben Niveau ansiedeln.

    Für Fans von Garphill Games, die einen leichteren Ableger im Portfolio des Studios suchen, oder für alle, die generell entspannte, aber nicht komplett anspruchslose Aufbauspiele mit Steinzeit-Thema mögen, ist Skara Brae eine solide Empfehlung.

    Pro & Contra

    Pro

    • Cleveres, wanderndes Startspieler-System
    • Guter Einstieg in die Garphill-Games-Welt
    • Müll-Management sorgt für zusätzliche taktische Ebene
    • Solide vier-Runden-Struktur ohne Längen

    Contra

    • Grafisch eher funktional als herausragend
    • Für Garphill-Fans der komplexeren Serien evtl. zu leicht

    Werbung: Skara Brae kaufen – wenn du darüber bestellst, unterstützt du den Kanal ohne Mehrkosten für dich:

  • 8,0/10
    Algae Inc – Rezension

    Algae Inc – Rezension

    Algae Inc hat mich wirklich überrascht. Ich war schon auf den SPIEL-Tagen ganz heiß darauf, denn ich hatte dort die Designerin Julia Thiemann und ihren Co-Autor Christoph Waage getroffen, konnte das Spiel dort aber nicht anspielen, weil der Tisch ständig besetzt war. Die Veröffentlichung hat sich dann noch mehrfach verschoben – aber ich kann euch sagen: Die Vorfreude hat sich absolut gelohnt. Selten hatte ich bei einem Spiel eine so hohe Erwartungshaltung, die am Ende sogar noch übertroffen wurde.

    8,0/10
    WERTUNG
    Algae Inc – Szenenbild aus dem Brettspiel-Teddy-Video

    Steckbrief

    • Spieler: 1–4
    • Dauer: 60–120 Minuten
    • Mechanismus: Aktionsbaum, Engine-Building
    • Thema: Algenfabrik

    Die eigene Algenfabrik: Jedes Tableau tickt anders

    In Algae Inc betreibt jede Person ihre eigene kleine Algenfabrik, in der Algen zu Kosmetik, Geschirr, Nahrungsmitteln und weiteren Produkten verarbeitet werden. Das Besondere: Jedes Spieler-Tableau ist asymmetrisch aufgebaut. Ihr habt zwar alle Fließbänder, mit denen die Algen von Maschine zu Maschine wandern, aber die Anordnung dieser Bänder unterscheidet sich – mal läuft ein Band nach oben, mal kreuz und quer über das Tableau. Dadurch spielt sich jede Fabrik spürbar anders, selbst wenn die grundsätzlichen Regeln identisch bleiben.

    Es gibt vier verschiedene Algenarten, doch zu Beginn dürft ihr nur eine einzige davon produzieren. Erst im Spielverlauf schaltet ihr weitere Felder frei, um zusätzliche Algenarten zu verarbeiten – was wiederum bessere und wertvollere Produkte ermöglicht.

    Der Aktionsbaum: Vorausplanung ist alles

    Das Herzstück von Algae Inc ist ein cleveres Aktionswahlsystem in Form eines Aktionsbaums. Jede Aktion ist dabei nur mit zwei weiteren Aktionen auf der nächsten Ebene verbunden. Wählt ihr also eine Aktion ganz unten links, verbaut ihr euch damit automatisch den Zugriff auf bestimmte Aktionen weiter oben rechts. Das zwingt euch, schon beim ersten Zug der Runde zu überlegen, welche Aktion ihr als Nächstes und Übernächstes wirklich braucht.

    Der Aktionsbaum hat fünf Etagen, das heißt, jede Runde besteht aus fünf Zügen, bis ihr oben ankommt. Und auch dort ist die Reise nicht vorbei: Am Ende jedes der drei Aktionsstränge warten unterschiedliche Boni, die ihr aber nur bekommt, wenn euer Energiestand hoch genug ist. Die Energieleiste ist dreigeteilt – im roten Bereich gibt es gar keinen Bonus, in der Mitte dürft ihr euch einen von zwei Boni aussuchen, und im grünen Bereich sogar beide. Das schafft einen echten Anreiz, die eigene Energieversorgung im Blick zu behalten.

    Fließbänder, Arbeiter und ein cleveres Puzzle-Element

    Über eine der Grundaktionen aktiviert ihr eure Maschinen und schiebt die gelagerten Algen von Fließband zu Fließband, bis sie am Ende produziert sind. Die fertigen Produkte könnt ihr anschließend an verschiedene Orte auf dem Spielplan liefern – jeder Ort verlangt dabei einen bestimmten Warenwert, den ihr aus euren Produkten zusammenstellen müsst.

    Zusätzlich stehen euch drei verschiedenfarbige Arbeiter zur Verfügung, die jeweils zwei unterschiedliche Aktionen ausführen können: Der eine bringt euch zusätzliche Algen, ein anderer erlaubt es, Plättchen auf eurem Tableau zu entfernen oder zu ergänzen. Genau hier kommt das Puzzle-Element ins Spiel: Auf eurem Board gibt es dunkelblaue Plättchen, die Maschinenverbesserungen darstellen und die ihr loswerden wollt, und hellblaue Plättchen, die ihr stattdessen gezielt an ihre Stelle setzen möchtet. Am Ende zählt die größte zusammenhängende Fläche dieser hellblauen Plättchen für zusätzliche Punkte – ein herrlich verzahntes Detail, das dem Spiel noch eine weitere strategische Ebene hinzufügt.

    Liefern, Meilensteine und der Weg zu mehr Einkommen

    Neben der reinen Produktion dreht sich in Algae Inc vieles um das Liefern eurer fertigen Waren. Jeder Lieferort verlangt einen bestimmten Warenwert, den ihr aus euren produzierten Gütern zusammenstellen müsst – ähnlich wie beim Zusammenrechnen verschiedener Warenwerte, bis die geforderte Summe erreicht ist. Für jede Lieferung gibt es nicht nur direkte Belohnungen, sondern ihr erfüllt damit auch Meilensteine: Liefert ihr etwa in zwei unterschiedlich farbige Regionen oder in Städte mit hohem Wert, dürft ihr Marker auf eurem Tableau platzieren.

    Diese Marker sind mehr als nur Häkchen auf einer Liste – sie schalten zusätzliche Einkommensfelder frei. Je mehr Marker ihr im Laufe des Spiels setzt, desto mehr Einkommen generiert ihr am Rundenende automatisch. Besonders clever gelöst: Ihr müsst zuerst die linken Einkommensfelder freischalten, bevor ihr auf der rechten Seite an die wertvolleren Siegpunkt-Felder herankommt. Das erzeugt eine klare Reihenfolge, in der sich eure Fabrik entwickeln muss, und verhindert, dass man sich gleich zu Beginn nur auf die dicksten Punktequellen stürzt.

    Für wen lohnt sich Algae Inc?

    Algae Inc richtet sich klar an Vielspieler:innen, die komplexe, gut verzahnte Euro-Spiele mit Engine-Building-Charakter schätzen. Wer bereits Spiele wie Marco Polo, Praga Caput Regni oder ähnliche Aktionswahl-Euros mag, wird sich bei Algae Inc sofort zuhause fühlen. Für Gelegenheitsspieler:innen oder reine Familienrunden ist der Einstieg dagegen recht anspruchsvoll – die Kombination aus Aktionsbaum, Energiemanagement, Fließband-Puzzle und Meilenstein-System will erst einmal verinnerlicht werden. Wer sich aber darauf einlässt, wird mit einem der rundesten neuen Euro-Spiele des Jahres belohnt.

    Hintergrund: Ein deutsches Autorenduo mit Gespür für Verzahnung

    Algae Inc stammt von der deutschen Designerin Julia Thiemann und ihrem Co-Autor Christoph Waage und ist beim belgischen Verlag Game Brewer erschienen, der in den letzten Jahren mit anspruchsvollen, hochwertig produzierten Euro-Spielen aufgefallen ist. Das Thema – die Verarbeitung von Algen zu nachhaltigen Zukunftsprodukten wie Bioplastik oder Kosmetik – ist ungewöhnlich frisch und passt hervorragend zum aktuellen Trend hin zu Spielen mit realweltlichem Hintergrund und Nachhaltigkeitsbezug.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Algae Inc

    Für wie viele Spieler ist Algae Inc geeignet?

    Algae Inc ist für 1–4 Spieler ausgelegt.

    Wie lange dauert eine Partie Algae Inc?

    Eine Partie Algae Inc dauert 60–120 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Algae Inc?

    Algae Inc setzt auf Aktionsbaum, Engine-Building.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Algae Inc?

    Brettspiel Teddy bewertet Algae Inc mit 8,0/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Algae Inc ist eines der stärksten neuen Euro-Spiele, die ich dieses Jahr auf dem Teddytisch hatte. Die Grundaktionen für sich genommen sind angenehm simpel – einen Arbeiter aktivieren, ein Fließband schieben, ein Plättchen setzen – aber das Zusammenspiel all dieser Elemente ist unglaublich clever verzahnt. Der Aktionsbaum sorgt für angenehmes Grübeln, ohne dabei zäh zu werden, und das Puzzle-Element mit den hellblauen Plättchen gibt dem Spiel noch einen zusätzlichen strategischen Kniff.

    Mit 60 bis 120 Minuten Spielzeit ist Algae Inc definitiv ein Spiel für den etwas planungsintensiveren Spieleabend, nicht für zwischendurch. Aber wer gerne vorausplant, Engines baut und Ressourcen optimiert, wird hier ein rundes, durchdachtes Erlebnis finden. Für mich klar eines der Highlights des Jahres und ein fester Kandidat für meine persönliche Top 10.

    Pro & Contra

    Pro

    • Clever verzahntes Aktionswahl- und Puzzle-System
    • Asymmetrische Spieler-Tableaus sorgen für Abwechslung
    • Ungewöhnliches, frisches Thema (Algen-Wirtschaft)
    • Angenehm grüblastig, ohne zäh zu werden

    Contra

    • Mit 60-120 Minuten kein Spiel für zwischendurch
    • Hoher Planungsaufwand kann Einsteiger überfordern

    Werbung: Algae Inc kaufen – wenn du darüber bestellst, unterstützt du den Kanal ohne Mehrkosten für dich:

    Jetzt sichern

  • 7/10
    Pergola – Rezension

    Pergola – Rezension

    Pergola vom polnischen Verlag Rebel Studio ist optisch ein absoluter Hingucker: liebevoll gestaltete Pflanzenplättchen, niedliche Tierchen und kleine Holzwerkzeuge wie Schaufel und Harke liegen in einem wirklich schön gestalteten Gametray bereit. Die deutsche Fassung erscheint bei Asmodee. Wir bauen hier einen wunderschönen Garten – und die spannende Frage ist: Ist das Spiel auch spielerisch so schön, wie es aussieht?

    7/10
    WERTUNG
    Pergola Brettspiel Rezension Video-Still

    Steckbrief

    • Spieler: 1–4
    • Alter: ab 10 Jahren
    • Dauer: 45–60 Minuten
    • Mechanismus: Werkzeug-basierte Aktionsauswahl
    • Thema: Gartenbau

    Werkzeuge bestimmen die Aktion

    Jede Person hat ein eigenes Gartentableau, auf dem Blüten wie Lavendel, Reben, Magnolien und Lampions wachsen. Auf den Blüten wiederum siedeln sich verschiedene Tiere an: Schmetterlinge mögen bestimmte Blumen, Marienkäfer sitzen gern auf Magnolien, Bienen tummeln sich an den Reben. In der Tischmitte liegen Aktionsplättchen mit Werkzeugsymbolen – Schaufel, Harke und weitere, abhängig von der Spieleranzahl. Jedes Plättchen zeigt zwei Belohnungen, die ihr beim Nehmen erhaltet und in eurem Garten platzieren dürft. Anschließend führt ihr die Aktion aus, die mit der Position verknüpft ist, an der ihr das Werkzeug entnommen habt.

    Frosch, Wassertropfen und Vogelhaus

    Die vier möglichen Aktionen sind unterschiedlich charmant umgesetzt: Bei der Froschaktion hüpft euer kleiner Holzfrosch über euer Tableau und sammelt dabei verschiedene Tiere ein. Auf besonderen Feldern warten außerdem Libellen als eine Art Wettrennen – habt ihr zum Beispiel vier Magnolien gebaut, dürft ihr auf das entsprechende Libellenfeld springen und sichert euch fünf Punkte, während eine spätere Person nur noch drei bekommt. Bei der Wassertropfenaktion lasst ihr einen Tropfen über eine gestufte Bahn fließen, wobei Haltemarker bestimmen, wo er stehen bleibt und welche Ressourcen ihr dafür erhaltet. Passt ein erhaltenes Tier gerade nicht zu einer vorhandenen Blume, fliegt es einfach frei in eurem Garten umher – über eine eigene Aktion dürft ihr später bis zu zwei dieser umherfliegenden Tiere gezielt auf passende Blumen setzen. Die vierte Aktion betrifft ein Vogelhäuschen, auf dem ihr Plättchen in vier verschiedenen Farben sammelt, was am Ende zusätzliche Punkte bringt.

    Ein bunter, aber übersichtlicher Punktesalat

    Am Ende gibt es Punkte für praktisch jedes Element eures Gartens: Marienkäfer werden umso wertvoller, je mehr davon in einer Reihe stehen, Schmetterlinge bringen mehr Punkte, je höher sie auf gestapelten Blüten sitzen, und für vollständige Rebenreihen mit ausreichend Bienen dürft ihr Honiggläser freischalten, die euch nochmals zusätzliche Endwertungsboni verschaffen. Lampions unterstützen euch währenddessen mit kleinen Bonusaktionen, etwa einem doppelten Wassertropfen-Zug oder einem zusätzlichen Froschsprung. Jede Person bekommt eine eigene Punkteleiste, damit der bunte Mix an Wertungen während der Partie nachvollziehbar bleibt.

    Hintergrund: Ein polnisches Erfolgsstudio

    Pergola stammt von den Designern Michał Gołąb Gołębiowski und Przemek Wojtkowiak und wurde 2025 vom polnischen Studio Rebel veröffentlicht, das mit Titeln wie Meadow, Chronicles of Avel und MLEM: Space Agency bereits mehrfach für stimmungsvolle, optisch herausragende Spiele bekannt geworden ist. Die zauberhaften Aquarell-Illustrationen stammen von Karolina Kijak. Für den deutschsprachigen Markt übernimmt Asmodee den Vertrieb.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Pergola

    Für wie viele Spieler ist Pergola geeignet?

    Pergola ist für 1–4 Spieler ausgelegt.

    Ab welchem Alter ist Pergola geeignet?

    Pergola ist ab 10 Jahren geeignet.

    Wie lange dauert eine Partie Pergola?

    Eine Partie Pergola dauert 45–60 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Pergola?

    Pergola setzt auf Werkzeug-basierte Aktionsauswahl.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Pergola?

    Brettspiel Teddy bewertet Pergola mit 7/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Pergola ist spielerisch tatsächlich relativ simpel gehalten, aber wirklich gelungen umgesetzt. Mit den Werkzeugen, dem hüpfenden Frosch und dem fließenden Wassertropfen steckt viel liebevolles Detail in den Aktionen, und am Ende hat jede Person einen wirklich hübsch anzusehenden, individuellen Garten vor sich liegen. Meine Mitspielerin wollte direkt eine weitere Partie starten, und ich finde es ebenfalls gut, auch wenn es für mich kein absoluter Überflieger ist.

    Gerade für Personen, die seltener spielen, dürfte Pergola mit seinem entspannten Sammelspaß und der wunderschönen Optik echte Begeisterung auslösen. Und als kleines Extra: Als Nicht-Allergiker kann ich bestätigen, dass hier zumindest die Augen nicht jucken – anders als in einem echten Garten.

    Pro & Contra

    Pro

    • Optisch herausragend gestaltet mit stimmungsvollem Gametray
    • Vier abwechslungsreiche, thematisch passende Aktionen
    • Guter Einstieg für Gelegenheitsspieler:innen
    • Gute Solo-Eignung

    Contra

    • Spielerisch eher simpel für Vielspieler:innen
    • Kein absoluter Überflieger trotz toller Präsentation

    Werbung: Pergola kaufen – wenn du darüber bestellst, unterstützt du den Kanal ohne Mehrkosten für dich:

  • 8,5/10
    Mondbasis Shackleton – Rezension

    Mondbasis Shackleton – Rezension

    Mondbasis Shackleton ist der absolute Knaller dieser Runde am Teddytisch. Ihr baut hier gemeinsam mit anderen Raumfahrtagenturen eine permanente Mondbasis im Shackleton-Krater am Südpol des Mondes auf – thematisch eng an reale Konzepte der Mondforschung angelehnt. Entwickelt wurde es von Fabio Lopiano und Nestore Mangone, zwei Designern, die bereits für mehrere richtig gute Spiele bekannt sind, und ich muss sagen: Auch hier haben sie wieder ins Schwarze getroffen.

    8,5/10
    WERTUNG
    Mondbasis Shackleton – Szenenbild aus dem Brettspiel-Teddy-Video

    Steckbrief

    • Spieler: 1–4
    • Alter: ab 14 Jahren
    • Dauer: 60–120 Minuten
    • Mechanismus: Worker-Placement, Engine-Building
    • Thema: Mondkolonie

    Die Shuttlephase: Reihenfolge und Ressourcen in einem

    Jede Runde beginnt mit der Shuttlephase. Hier liegen nummerierte Raketenplättchen aus – immer eines mehr, als Personen mitspielen. In umgekehrter Spielerreihenfolge sucht sich jede Person eine Rakete aus: Wer in der Vorrunde zuletzt an der Reihe war, darf zuerst wählen. Die Nummer auf der gewählten Rakete bestimmt gleichzeitig die neue Startspielerreihenfolge für die nächste Runde. Der Rest der Ladung besteht aus Astronauten in drei Farben – Gelb, Rot und Blau – wobei höher nummerierte Raketen bessere Astronauten-Kombinationen bringen, ihr dafür aber später in der Zugreihenfolge dran seid. Ein klassisches Draft-Dilemma mit echtem Biss.

    Farbabhängige Aktionen und cleveres Bauen

    Insgesamt habt ihr über drei Runden 18 Züge, in denen ihr eure Astronauten einsetzt. Die Farbe des jeweiligen Astronauten entscheidet dabei über die Aktion: Setzt ihr einen roten Astronauten ein, aktiviert ihr eine ganze Reihe roter Felder auf dem Spielplan – aber nur dort, wo bereits Gebäude stehen. Gelb und Blau funktionieren nach demselben Prinzip mit ihren jeweiligen Feldfarben. Beim Bauen selbst dürft ihr in jedem Bereich nur einmal ein Gebäude errichten, und die Kosten hängen davon ab, wie früh oder spät ihr in der Zugreihenfolge dran seid – wer zuletzt baut, zahlt drauf. Wichtig: Ihr dürft grundsätzlich nur dort bauen, wo bereits eine Solarzelle liegt, und jede neu gebaute Solarzelle erhöht euren gemeinsamen Energiewert, den sich alle Spielenden teilen und den ihr im Blick behalten müsst.

    Neun Konzerne mit völlig unterschiedlichen Zielen

    Ein besonderes Highlight sind die insgesamt acht bis neun Konzerne, die in jeder Partie mitspielen. Jeder Konzern hat eigene Karten und völlig unterschiedliche Voraussetzungen, um Punkte zu generieren – ein Weltraumtourismus-Konzern etwa belohnt euch für das Sammeln von Touristen, ein anderer verlangt Grünpflanzen. Dadurch spielt sich jede Partie spürbar unterschiedlich, je nachdem, welche Konzerne gerade im Spiel sind. Über eine eigene Ansehensleiste könnt ihr zudem verschiedene Konzernaktionen kombinieren und euch dabei bessere Belohnungen freischalten, je weiter euer Marker voranschreitet.

    Hintergrund: Von Sorry We Are French zu Giant Roc

    Mondbasis Shackleton stammt von Fabio Lopiano und Nestore Mangone, illustriert von David Sitbon. Die englische Erstausgabe erschien 2024 unter dem Titel „Shackleton Base: A Journey to the Moon“ bei Hachette Boardgames UK in Kooperation mit Sorry We Are French, die deutsche Ausgabe folgte Ende 2025 beim Verlag Giant Roc. Fabio Lopiano gehört zu den gefragtesten Euro-Spiele-Designern der letzten Jahre, und Mondbasis Shackleton zeigt erneut seine Stärke, mehrere unabhängige Systeme zu einem stimmigen Ganzen zu verzahnen.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Mondbasis Shackleton

    Für wie viele Spieler ist Mondbasis Shackleton geeignet?

    Mondbasis Shackleton ist für 1–4 Spieler ausgelegt.

    Ab welchem Alter ist Mondbasis Shackleton geeignet?

    Mondbasis Shackleton ist ab 14 Jahren geeignet.

    Wie lange dauert eine Partie Mondbasis Shackleton?

    Eine Partie Mondbasis Shackleton dauert 60–120 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Mondbasis Shackleton?

    Mondbasis Shackleton setzt auf Worker-Placement, Engine-Building.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Mondbasis Shackleton?

    Brettspiel Teddy bewertet Mondbasis Shackleton mit 8.5/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Mondbasis Shackleton hat mir richtig, richtig gut gefallen. Ich habe es bislang zu zweit und zu viert gespielt, und beide Partien liefen prima – wobei mir die Vierer-Partie sogar noch besser gefallen hat, weil dann um die begehrten Raketen und Konzernkarten noch mehr Konkurrenz herrscht. Die enge thematische Verzahnung mit echten Mondforschungskonzepten, die unterschiedlichen Konzerne und das kluge Zusammenspiel aus Shuttlephase, Bauen und Konzernaktionen machen dieses Spiel zu einem echten Highlight für Expertenspiel-Fans.

    Wer komplexe, gut durchdachte Euro-Spiele mit hohem Wiederspielwert durch variable Konzernkombinationen liebt, sollte sich Mondbasis Shackleton definitiv genauer anschauen. Für mich klar eines der stärksten neuen Spiele dieser Runde.

    Pro & Contra

    Pro

    • Enorme Verzahnung aus Shuttlephase, Bauen und Konzernaktionen
    • Wechselnde Konzerne sorgen für hohen Wiederspielwert
    • Stimmiges, gut recherchiertes Mondforschungs-Thema
    • Funktioniert sowohl zu zweit als auch in größeren Runden hervorragend

    Contra

    • Mit 60-120 Minuten und hoher Komplexität nichts für Gelegenheitsspieler:innen
    • Geteilter Energiewert erfordert gutes Timing und kann von Mitspielenden „leergefischt“ werden

    Werbung: Mondbasis Shackleton kaufen – wenn du darüber bestellst, unterstützt du den Kanal ohne Mehrkosten für dich:

  • 8,0/10
    Wundersame Wesen – Rezension

    Wundersame Wesen – Rezension

    Wundersame Wesen war eines der absoluten Highlights auf dem Teddy-Wochenende, und der Hype um das Spiel war entsprechend riesig. Bei meiner ersten Partie dachte ich noch: Okay, ist ein gutes Spiel, aber warum sind eigentlich alle so aus dem Häuschen? Inzwischen habe ich es mehrfach gespielt, auch zu viert, und ich muss sagen: Es gefällt mir von Partie zu Partie besser.

    8,0/10
    WERTUNG
    Wundersame Wesen Brettspiel Rezension Video-Still

    Steckbrief

    • Spieler: 1–4
    • Dauer: 40–90 Minuten
    • Mechanismus: Worker-Placement, Karten-Engine
    • Thema: Fantasiewesen

    Worker Placement mit Zweifeld-Prinzip

    Jede Person hat drei drachenähnliche Worker-Figuren, die ihr immer auf zwei Felder gleichzeitig setzt – ein cleveres Detail, das die Platzierung deutlich taktischer macht als klassisches Worker Placement mit Einzelfeldern. Der Spielplan zeigt verschiedene Regionen wie Sand, Wasser, Wiese oder Gebirge, und je nach Platzierung erhaltet ihr die dort abgebildeten Ressourcen wie Früchte oder Gras. Alternativ könnt ihr, statt Ressourcen zu nehmen, eine passende Kreaturenkarte aus der Auslage auf die Hand nehmen – noch nicht ausgespielt, aber gesichert für später.

    Kartenspiel im Everdell-Stil

    Die Karten selbst erinnern spielerisch stark an Everdell: Viele bringen sofortige Effekte, andere dauerhafte Boni oder Punkte für die Endwertung. Setzt ihr eure Worker in einer Runde nicht ein, dürft ihr stattdessen bis zu zwei Handkarten ausspielen, indem ihr die passenden, auf eurem Tableau gespeicherten Ressourcen bezahlt. Eine dritte mögliche Aktion sind die Mystones: Ihr sammelt bestimmte Tiersymbole – etwa Fisch oder Vogel –, die auf den Karten neben den Landschaftssymbolen abgebildet sind, um damit Aufgaben zu erfüllen, die ordentlich Punkte bringen. Habt ihr alle drei Aktionsarten in einer Runde genutzt, dürft ihr ruhen: Dabei holt ihr all eure Worker zurück und aktiviert zusätzlich alle Karten mit einem Regenerations-Symbol.

    Der Anführer und ein wachsender Spielplan

    Jede Person besitzt außerdem einen individuellen Anführer mit eigener Spezialfähigkeit, der aber erst freigeschaltet werden muss – das gelingt, sobald ihr euer erstes Mystone-Ziel erfüllt habt. Ist der Anführer aktiv, wird der Drache, auf den ihr ihn setzt, spürbar stärker und ermöglicht euch zusätzliche Aktionen wie das Sammeln weiterer Ressourcen. Besonders schön gelöst: Der Spielplan wächst im Laufe der Partie. Erreicht ihr bestimmte Punktefelder, dürft ihr neue Hexfelder anlegen, die euch zusätzliche, teils sehr starke Ressourcenkombinationen bringen – dadurch sieht jeder Spielplan am Ende der Partie anders aus. Das Spiel endet, sobald alle Pokale (die ihr über die Mystone-Aktion erhaltet) vergeben sind.

    Hintergrund: Koreanisches Design bei Strohmann Games

    Wundersame Wesen stammt vom Designer C.W. Yeom, mit den liebevollen Kreaturen-Illustrationen der südkoreanischen Künstlerin Sophia Kang. Über 126 einzigartige Wesen-Karten sorgen für enorme Vielfalt. Die deutsche Lokalisierung übernahm Strohmann Games, ein Verlag mit inzwischen sehr solider Erfolgsbilanz bei anspruchsvollen, gut verzahnten Kennerspielen – Wundersame Wesen reiht sich hier nahtlos ein.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Wundersame Wesen

    Für wie viele Spieler ist Wundersame Wesen geeignet?

    Wundersame Wesen ist für 1–4 Spieler ausgelegt.

    Wie lange dauert eine Partie Wundersame Wesen?

    Eine Partie Wundersame Wesen dauert 40–90 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Wundersame Wesen?

    Wundersame Wesen setzt auf Worker-Placement, Karten-Engine.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Wundersame Wesen?

    Brettspiel Teddy bewertet Wundersame Wesen mit 8,0/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Wundersame Wesen hat mich mit jeder weiteren Partie mehr überzeugt. Das Zweifeld-Worker-Placement-Prinzip ist clever und ungewöhnlich, das Kartenspiel im Everdell-Stil sorgt für angenehmen Engine-Building-Charakter, und der wachsende, modulare Spielplan hält das Spiel auch nach mehreren Durchgängen spannend. Ich hatte es sogar in meiner persönlichen Top 3 des Monats Mai.

    Optisch ist es ohnehin ein Hingucker, und spielerisch hat es mich am Ende voll überzeugt – auch wenn der erste Eindruck bei mir noch etwas gedämpfter war als der große Hype vermuten ließ. Wer verzahnte Worker-Placement-Spiele mit Kartenengine mag, sollte Wundersame Wesen unbedingt eine faire Chance über mehrere Partien geben.

    Pro & Contra

    Pro

    • Ungewöhnliches Zweifeld-Worker-Placement-Prinzip
    • Wachsender, modularer Spielplan für hohen Wiederspielwert
    • Optisch herausragend gestaltet
    • Wird von Partie zu Partie besser

    Contra

    • Erster Eindruck kann angesichts des Hypes ernüchternd wirken
    • Viele parallele Systeme brauchen etwas Eingewöhnungszeit

    Werbung: Wundersame Wesen kaufen – wenn du darüber bestellst, unterstützt du den Kanal ohne Mehrkosten für dich:

  • 7/10
    Auf nach Japan – Rezension

    Auf nach Japan – Rezension

    Auf nach Japan ist ein cleveres kleines Planungsspiel, das euren Traumurlaub in Tokyo und Kyoto simuliert. Ich hatte es mir extra geholt, weil Andrej von „Auf dem Tisch“ es als eines seiner Lieblingsspiele vorgestellt hatte, und der hat einfach einen richtig guten Geschmack. Also musste ich es selbst ausprobieren – und ich kann euch sagen, das Warten hat sich gelohnt.

    7/10
    WERTUNG
    Auf nach Japan Brettspiel Rezension Video-Still

    Steckbrief

    • Spieler: 1–4
    • Dauer: ca. 45 Minuten
    • Mechanismus: Draft, Set-Collection
    • Thema: Japan-Urlaub (Tokyo/Kyoto)

    Zwei Städte, sechs Tage, drei Aktivitäten

    Die Karten sind in zwei Stapel unterteilt: blaue Karten für Tokyo und rosa Karten für Kyoto. Auf eurem persönlichen Wochenplan von Montag bis Samstag stehen euch pro Tag drei Aktivitätsplätze zur Verfügung. Zu Spielbeginn zieht ihr verdeckt Tokens, die eure Wunschaktivitäten für die einzelnen Tage festlegen – zum Beispiel Einkaufen am Montag. Im Spielverlauf versucht ihr dann, möglichst viele Karten mit passenden Symbolen an genau diese Tage zu spielen. Je mehr Übereinstimmungen ihr schafft, desto besser die Belohnung: Eine Übereinstimmung bringt Fortschritt auf einer Stimmungsleiste, zwei bringen Kartentausch-Tokens, und drei geben euch sogar Zug-Tokens für einen kleinen Ausflug.

    Züge als Bindeglied zwischen den Städten

    Diese Zug-Tokens sind essenziell, wenn ihr Karten zwischen Tokyo und Kyoto mischen wollt – wollt ihr also eine rosa Karte neben eine blaue legen, obwohl sie thematisch nicht direkt zusammengehören, braucht ihr dafür immer einen Zug-Token. Habt ihr keinen zur Hand, müsst ihr einen aus dem Vorrat nehmen, was euch zwei Minuspunkte einbringt – habt ihr hingegen einen durch eure Planung verdient, gibt es sogar zwei Bonuspunkte und einen Schritt auf der Stimmungsleiste obendrauf. Die Karten selbst tragen oben rechts zusätzlich Punktwerte und teils mehrere Aktivitätssymbole gleichzeitig, sodass ihr geschickt überlegen müsst, welche Karte an welchem Tag den größten Mehrwert bringt.

    Highlight-Karten und die Fröhlichkeits-Leiste

    Über eine besondere Aktion dürft ihr sogar eine vierte Karte an einen Tag legen – die zuoberst liegende Karte gilt dann als das Highlight des Tages und bringt bei der Schlusswertung zusätzliche Punkte, sofern ihr die dafür nötigen Symbole an den vorherigen Tagen bereits gesammelt habt. Zusätzlich gibt es oben auf dem Spielplan eine Leiste, die anzeigt, wie viele passende Symbole ihr insgesamt gesammelt habt, und eine grüne und rote Leiste für Fröhlichkeit und Ärger – kauft ihr euch zum Beispiel etwas Teures, schmeckt es zwar gut, ärgert euch aber gleichzeitig über den Preis. Erreicht eine dieser Leisten ihr Ende, schaltet ihr einen dauerhaften Punktebonus frei.

    Hintergrund: Von Let’s Go! To Japan zu Auf nach Japan

    Das Original stammt von Designer Josh Wood und wurde 2023 unter dem Titel „Let’s Go! To Japan“ über eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne beim US-Publisher AEG finanziert, wo es über 11.000 Unterstützer:innen begeisterte. Die deutsche Fassung erschien 2024 beim Schwerkraft-Verlag, der bislang eher für textarme Spiele bekannt war – Auf nach Japan bringt dagegen deutlich mehr Kartentext mit, weshalb sich die deutsche Übersetzung hier besonders lohnt.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Auf nach Japan

    Für wie viele Spieler ist Auf nach Japan geeignet?

    Auf nach Japan ist für 1–4 Spieler ausgelegt.

    Wie lange dauert eine Partie Auf nach Japan?

    Eine Partie Auf nach Japan dauert ca. 45 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Auf nach Japan?

    Auf nach Japan setzt auf Draft, Set-Collection.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Auf nach Japan?

    Brettspiel Teddy bewertet Auf nach Japan mit 7/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Ich kann Andrej nur zustimmen: Auf nach Japan macht wirklich Spaß. Ich hatte vorher gedacht, dass es eher simpel gestrickt sein würde, aber es steckt überraschend viel Planungstiefe drin – ihr müsst eure Tage clever timen, die richtigen Symbole sammeln und dabei auch noch die Highlight-Karten im Blick behalten. Ich habe es bislang zu zweit gespielt und würde es jederzeit wieder auf den Tisch bringen, bin aber auch neugierig, wie es sich zu viert schlägt, weil dann vermutlich mehr Kartenumlauf entsteht.

    Ein rundes, thematisch stimmiges Planungsspiel, das ich definitiv im Regal behalten werde.

    Pro & Contra

    Pro

    • Überraschend viel Planungstiefe für den ersten Eindruck
    • Deutsche Übersetzung lohnt sich wegen viel Kartentext
    • Stimmiges, gut umgesetztes Japan-Thema
    • Mehrere parallele Wertungswege (Symbole, Highlight-Karten, Leisten)

    Contra

    • Etwas anspruchsvoller als der erste Eindruck vermuten lässt
    • Bislang nur zu zweit getestet, Verhalten in größeren Runden noch offen

    Werbung: Auf nach Japan kaufen – wenn du darüber bestellst, unterstützt du den Kanal ohne Mehrkosten für dich:

    Jetzt sichern

  • 6,5/10
    Snow Quest – Rezension

    Snow Quest – Rezension

    Snow Quest – international auch als Snowcrest bekannt – ist ein kompaktes Kartenspiel für ein bis vier Personen, das euch in ein verschneites Bergdorf entführt. Wir hatten in letzter Zeit einige Kartenspiele mit einem 3×3-Raster auf dem Teddytisch, zum Beispiel Castle Combo, und auch hier baut ihr euch ein solches Raster als euer eigenes Dorf zusammen. Grafisch und materialtechnisch fällt das Spiel sofort ins Auge: liebevolle Tier-Illustrationen im Everdell-Stil und sogar Stoff-Spielpläne, die eher an ein Küchenhandtuch erinnern.

    6,5/10
    WERTUNG
    Snow Quest Brettspiel Rezension Video-Still

    Steckbrief

    • Spieler: 1–4
    • Alter: ab 12 Jahren
    • Dauer: ca. 45 Minuten
    • Mechanismus: 3×3-Kartenraster, Engine-Building
    • Thema: Dorfaufbau im Schnee

    Verdecktes Raster, drei mögliche Aktionen

    Jede Person startet mit einem identischen Kartendeck, aus dem zu Beginn vier Startkarten verdeckt auf das eigene 3×3-Raster gelegt werden – wo genau welche Karte landet, entscheidet allerdings jede Person für sich, wodurch schon der Start bei jeder Person leicht unterschiedlich aussieht. Seid ihr am Zug, habt ihr drei Möglichkeiten: Ihr könnt eine eigene Karte aktivieren und die darauf abgebildete Aktion ausführen, wofür ihr die Karte anschließend auf die Rückseite dreht. Ihr könnt eine neue Karte aus der allgemeinen Auslage kaufen, bezahlt mit Getreide, und sie direkt in euer Dorf einbauen – diese gekauften Karten bringen in der Regel stärkere Aktionen als die Startkarten. Oder ihr ruht: Sobald drei eurer Karten in einer Reihe, Spalte oder Diagonale aktiviert und umgedreht wurden, dürft ihr ruhen und kassiert dafür die auf den Kartenrückseiten abgebildeten Ressourcen.

    Schriftrollen, Gebäude und schlafende Monster

    Das Spielziel dreht sich um das Sammeln von Schriftrollen – je nach Spieleranzahl gibt es einen bestimmten Vorrat, und sind alle Schriftrollen vergeben, endet das Spiel mit einer Schlusswertung, bei der auch übrige Ressourcen zählen. Ihr könnt außerdem Gebäude in drei Farben passend zu den drei Hauptressourcen errichten, was zusätzliche Punkte bringt, und ihr habt die Möglichkeit, schlafende Monster zu erwecken, wofür ihr Ressourcen abgeben müsst – gelingt das nicht, rutscht ihr auf einer Ansehensleiste in den Minuspunktebereich, bekommt dafür aber meist trotzdem eine kleine Belohnung wie eine Schriftrolle. Eine besondere Ressource ist der Wacholder, der aus dem Wald kommt: Ist ein Waldkartenstapel mit Wacholder-Symbolen abgebaut, deckt ihr eine neue Waldkarte auf, die euch ähnlich wie die Monster vor eine Bedingung stellt.

    Hintergrund: Von Snowcrest zu Snow Quest

    Das Original stammt von Designer Philip duBarry, mit Illustrationen von Kerri Aitken, und erschien international beim Verlag Grail Games unter dem Titel Snowcrest. Für den deutschsprachigen Markt übernahm Asmodee den Vertrieb. Philip duBarry ist in der Brettspielszene unter anderem für sein Debütspiel Revolution! bekannt und hat mit Snow Quest erneut gezeigt, dass er ein Gespür für kompakte, thematisch stimmige Engine-Building-Mechanismen hat.

    Häufige Fragen (FAQ) zu Snow Quest

    Für wie viele Spieler ist Snow Quest geeignet?

    Snow Quest ist für 1–4 Spieler ausgelegt.

    Ab welchem Alter ist Snow Quest geeignet?

    Snow Quest ist ab 12 Jahren geeignet.

    Wie lange dauert eine Partie Snow Quest?

    Eine Partie Snow Quest dauert ca. 45 Minuten.

    Welche Spielmechanismen nutzt Snow Quest?

    Snow Quest setzt auf 3×3-Kartenraster, Engine-Building.

    Wie bewertet Brettspiel Teddy Snow Quest?

    Brettspiel Teddy bewertet Snow Quest mit 6,5/10 Punkten.

    Mein Fazit

    Snow Quest ist ein schöner kleiner Deckbuilder mit charmantem Material, auch wenn die Stoff-Tableaus nach dem Zusammenfalten leider etwas hügelig bleiben. Ansonsten überzeugt die dicke Pappe, und das Spiel lässt sich angenehm locker herunterspielen, ohne kompliziert zu sein. Es ist kein absoluter Überflieger, aber es hat mir durchaus Spaß gemacht – und die Illustrationen der niedlichen Tier-Dorfbewohner sind wirklich sehenswert.

    Für alle, die ein entspanntes, hübsch gestaltetes Engine-Building-Kartenspiel mit gemütlicher Winterthematik suchen, ist Snow Quest eine solide Wahl.

    Pro & Contra

    Pro

    • Liebevolle Illustrationen im Everdell-Stil
    • Angenehm locker und unkompliziert spielbar
    • Gute Solo-Eignung
    • Hochwertiges Kartenmaterial

    Contra

    • Stoff-Tableaus bleiben nach dem Falten etwas hügelig
    • Kein absoluter Überflieger unter den 3×3-Kartenspielen

    Werbung: Snow Quest kaufen – wenn du darüber bestellst, unterstützt du den Kanal ohne Mehrkosten für dich: