Ziggurat – Rezension

Spielschachtel-Cover von Ziggurat

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Ziggurat ist ein kooperatives Legacy-Spiel von Matt Leacock und Rob Daviau, erschienen bei Schmidt Spiele. Matt Leacock kennt ihr vermutlich durch Pandemic in seinen zahlreichen Varianten, Rob Daviau wiederum gilt als der Erfinder des modernen Legacy-Genres überhaupt – er hat unter anderem Risk Legacy und gemeinsam mit Leacock die Pandemic-Legacy-Reihe mitentwickelt. Für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren, mit einer Spielzeit von rund 45 Minuten pro Partie, richtet sich Ziggurat aber ganz bewusst an eine deutlich jüngere und familienfreundlichere Zielgruppe als die berüchtigt schwierigen Pandemic-Legacy-Spiele.

6,5/10
WERTUNG
Ziggurat Brettspiel Rezension Video-Still

Steckbrief

  • Spieler: 2–4
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 45 Minuten
  • Mechanismus: Kooperatives Legacy-Spiel
  • Thema: Turm erklimmen, Flammen ausweichen

Flammen ausweichen, gemeinsam den Turm erklimmen

In Ziggurat wählt jede:r Spieler:in einen Charakter aus, und gemeinsam versucht ihr, verschiedene Aufgaben zu erfüllen – ohne dabei zu viel vorwegzunehmen, denn Legacy-Spiele leben ja gerade von der Überraschung. Das Grundprinzip funktioniert über Karten, die ihr reihum ausspielt. Jede Karte zeigt an, wie viele Schritte euer Charakter zurücklegen darf, und ob ihr dabei Feuerflammen auf dem Spielplan bewegen müsst. Trifft eine dieser Flammen euren Charakter oder den eines Mitspielers, seid ihr sofort „tot“, und die aktuelle Runde endet vorzeitig.

Im ersten Kapitel besteht das Ziel schlicht darin, gemeinsam ganz oben auf einem Turm anzukommen. Ihr müsst dabei exakt die Anzahl an Schritten gehen, die auf der jeweils ausgespielten Karte steht – bleibt ihr nicht genau auf einer Leiter stehen, kommt ihr nicht die nächste Etage hoch. Manche Felder sind zudem mit Rutschen versehen: Bleibt ihr dort stehen, fallt ihr eine ganze Etage wieder nach unten. Ist eine Person oben angekommen, hilft sie den anderen dabei, ebenfalls den Gipfel zu erreichen.

Kapitel für Kapitel: Wie Legacy-Elemente das Spiel verändern

Zwischendurch könnt ihr Errungenschaften erlangen, die ihr in eurem persönlichen Buch festhaltet – etwa wer als Erste:r ein Feuer gelöscht oder wer als Erste:r den Turm erklommen hat. Das Spiel erstreckt sich über mehrere Kapitel, und typisch für das Legacy-Genre öffnet ihr zu Beginn eines neuen Kapitels jeweils einen Umschlag, der neue Regeln, neues Material und neue Herausforderungen einführt. Ihr klebt dabei Aufkleber auf eine Pyramide und verändert damit das Spiel dauerhaft und unwiderruflich – ganz im Stil der großen Legacy-Vorbilder, nur eben mit deutlich niedrigerer Einstiegshürde.

Wir haben das Spiel über drei Kapitel gespielt, und hätten sicherlich auch das vierte noch angeschlossen – leider fehlten uns im dritten Kapitel jedoch einige Karten aus dem Umschlag, sodass wir an dieser Stelle nicht weiterspielen konnten. Ich habe deswegen bereits bei Schmidt Spiele nachgefragt. Bis zu diesem Punkt hat das Spiel aber wirklich Spaß gemacht. Ehrlich gesagt dachte ich anfangs: „Was soll das denn für ein Spiel sein?“, aber es hat mich schnell überzeugt. Das erste Kapitel dient dabei spürbar als sanftes Kennenlernen der grundlegenden Abläufe, und von Kapitel zu Kapitel wird es dann zunehmend anspruchsvoller – wenn auch bei Weitem nicht so knackig wie bei den deutlich komplexeren Pandemic-Legacy-Spielen.

Hintergrund: Zwei Legenden des Legacy-Genres vereint

Rob Daviau gilt in der Brettspielwelt als der eigentliche Erfinder des Legacy-Konzepts: Er hat mit Risk Legacy 2011 das Prinzip dauerhaft veränderbarer Spiele salonfähig gemacht und später gemeinsam mit Matt Leacock die bahnbrechende Pandemic-Legacy-Reihe entwickelt, die bis heute als Referenz für erwachsenenorientierte Legacy-Erlebnisse gilt. Mit Ziggurat wenden sich beide nun explizit einer jüngeren Zielgruppe zu. Anders als Pandemic Legacy, das für erfahrene Vielspieler:innen mit hoher Frustrationstoleranz konzipiert ist, ist Ziggurat als sanfter, familienfreundlicher Einstieg gedacht, der jüngere Spieler:innen behutsam an die Magie des Legacy-Genres heranführt.

Interessant ist auch die Entstehungsgeschichte: Ziggurat baut auf Leacocks weniger bekanntem, kindgerechtem Koop-Titel „Mole Rats in Space“ auf, der bereits ein ähnliches, zugängliches Grundgerüst für jüngere Spieler:innen bot. Mit Ziggurat wird dieses Fundament nun um waschechte Legacy-Elemente erweitert.

Häufige Fragen (FAQ) zu Ziggurat

Für wie viele Spieler ist Ziggurat geeignet?

Ziggurat ist für 2–4 Spieler ausgelegt.

Ab welchem Alter ist Ziggurat geeignet?

Ziggurat ist ab 8 Jahren geeignet.

Wie lange dauert eine Partie Ziggurat?

Eine Partie Ziggurat dauert ca. 45 Minuten.

Welche Spielmechanismen nutzt Ziggurat?

Ziggurat setzt auf Kooperatives Legacy-Spiel.

Wie bewertet Brettspiel Teddy Ziggurat?

Brettspiel Teddy bewertet Ziggurat mit 6.5/10 Punkten.

Mein Fazit

Ziggurat ist ein charmantes, familienfreundliches Legacy-Spiel mit moderatem Schwierigkeitsgrad und klarem kooperativem Fokus. Für Fans von Matt Leacock ist es fast schon ein Pflichtkauf, für alle anderen eine schöne, niedrigschwellige Gelegenheit, überhaupt erst einmal ins Legacy-Genre hineinzuschnuppern, ohne sich gleich der Wucht von Pandemic Legacy stellen zu müssen. Das Spiel lässt sich übrigens auch nach Abschluss der Kampagne weiterspielen, wenn auch der besondere Legacy-Reiz dann natürlich verpufft ist.

Ab 8 Jahren gedacht, merkt man dem Spiel seine Zugänglichkeit deutlich an – die Regeln sind schnell erklärt, und selbst jüngere Mitspieler:innen kommen gut mit. Trotz des fehlenden Materials im dritten Kapitel, was ich als klaren Produktionsfehler werte und nicht dem Spieldesign selbst anlaste, bleibt mein Gesamteindruck positiv: ein gelungener, warmherziger Einstieg ins Legacy-Genre für die ganze Familie.

Pro & Contra

Pro

  • Schöne Einführung ins Legacy-Genre für Familien
  • Kooperativ und zugänglich
  • Moderater, ansteigender Schwierigkeitsgrad
  • Von den Machern von Pandemic und Risk Legacy

Contra

  • Im Test fehlten Karten in Kapitel 3
  • Legacy-Elemente nur einmal spielbar

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