Mondbasis Shackleton ist der absolute Knaller dieser Runde am Teddytisch. Ihr baut hier gemeinsam mit anderen Raumfahrtagenturen eine permanente Mondbasis im Shackleton-Krater am Südpol des Mondes auf – thematisch eng an reale Konzepte der Mondforschung angelehnt. Entwickelt wurde es von Fabio Lopiano und Nestore Mangone, zwei Designern, die bereits für mehrere richtig gute Spiele bekannt sind, und ich muss sagen: Auch hier haben sie wieder ins Schwarze getroffen.

Steckbrief
- Spieler: 1–4
- Alter: ab 14 Jahren
- Dauer: 60–120 Minuten
- Mechanismus: Worker-Placement, Engine-Building
- Thema: Mondkolonie
Die Shuttlephase: Reihenfolge und Ressourcen in einem
Jede Runde beginnt mit der Shuttlephase. Hier liegen nummerierte Raketenplättchen aus – immer eines mehr, als Personen mitspielen. In umgekehrter Spielerreihenfolge sucht sich jede Person eine Rakete aus: Wer in der Vorrunde zuletzt an der Reihe war, darf zuerst wählen. Die Nummer auf der gewählten Rakete bestimmt gleichzeitig die neue Startspielerreihenfolge für die nächste Runde. Der Rest der Ladung besteht aus Astronauten in drei Farben – Gelb, Rot und Blau – wobei höher nummerierte Raketen bessere Astronauten-Kombinationen bringen, ihr dafür aber später in der Zugreihenfolge dran seid. Ein klassisches Draft-Dilemma mit echtem Biss.
Farbabhängige Aktionen und cleveres Bauen
Insgesamt habt ihr über drei Runden 18 Züge, in denen ihr eure Astronauten einsetzt. Die Farbe des jeweiligen Astronauten entscheidet dabei über die Aktion: Setzt ihr einen roten Astronauten ein, aktiviert ihr eine ganze Reihe roter Felder auf dem Spielplan – aber nur dort, wo bereits Gebäude stehen. Gelb und Blau funktionieren nach demselben Prinzip mit ihren jeweiligen Feldfarben. Beim Bauen selbst dürft ihr in jedem Bereich nur einmal ein Gebäude errichten, und die Kosten hängen davon ab, wie früh oder spät ihr in der Zugreihenfolge dran seid – wer zuletzt baut, zahlt drauf. Wichtig: Ihr dürft grundsätzlich nur dort bauen, wo bereits eine Solarzelle liegt, und jede neu gebaute Solarzelle erhöht euren gemeinsamen Energiewert, den sich alle Spielenden teilen und den ihr im Blick behalten müsst.
Neun Konzerne mit völlig unterschiedlichen Zielen
Ein besonderes Highlight sind die insgesamt acht bis neun Konzerne, die in jeder Partie mitspielen. Jeder Konzern hat eigene Karten und völlig unterschiedliche Voraussetzungen, um Punkte zu generieren – ein Weltraumtourismus-Konzern etwa belohnt euch für das Sammeln von Touristen, ein anderer verlangt Grünpflanzen. Dadurch spielt sich jede Partie spürbar unterschiedlich, je nachdem, welche Konzerne gerade im Spiel sind. Über eine eigene Ansehensleiste könnt ihr zudem verschiedene Konzernaktionen kombinieren und euch dabei bessere Belohnungen freischalten, je weiter euer Marker voranschreitet.
Hintergrund: Von Sorry We Are French zu Giant Roc
Mondbasis Shackleton stammt von Fabio Lopiano und Nestore Mangone, illustriert von David Sitbon. Die englische Erstausgabe erschien 2024 unter dem Titel „Shackleton Base: A Journey to the Moon“ bei Hachette Boardgames UK in Kooperation mit Sorry We Are French, die deutsche Ausgabe folgte Ende 2025 beim Verlag Giant Roc. Fabio Lopiano gehört zu den gefragtesten Euro-Spiele-Designern der letzten Jahre, und Mondbasis Shackleton zeigt erneut seine Stärke, mehrere unabhängige Systeme zu einem stimmigen Ganzen zu verzahnen.
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Häufige Fragen (FAQ) zu Mondbasis Shackleton
Für wie viele Spieler ist Mondbasis Shackleton geeignet?
Mondbasis Shackleton ist für 1–4 Spieler ausgelegt.
Ab welchem Alter ist Mondbasis Shackleton geeignet?
Mondbasis Shackleton ist ab 14 Jahren geeignet.
Wie lange dauert eine Partie Mondbasis Shackleton?
Eine Partie Mondbasis Shackleton dauert 60–120 Minuten.
Welche Spielmechanismen nutzt Mondbasis Shackleton?
Mondbasis Shackleton setzt auf Worker-Placement, Engine-Building.
Wie bewertet Brettspiel Teddy Mondbasis Shackleton?
Brettspiel Teddy bewertet Mondbasis Shackleton mit 8.5/10 Punkten.
Mein Fazit
Mondbasis Shackleton hat mir richtig, richtig gut gefallen. Ich habe es bislang zu zweit und zu viert gespielt, und beide Partien liefen prima – wobei mir die Vierer-Partie sogar noch besser gefallen hat, weil dann um die begehrten Raketen und Konzernkarten noch mehr Konkurrenz herrscht. Die enge thematische Verzahnung mit echten Mondforschungskonzepten, die unterschiedlichen Konzerne und das kluge Zusammenspiel aus Shuttlephase, Bauen und Konzernaktionen machen dieses Spiel zu einem echten Highlight für Expertenspiel-Fans.
Wer komplexe, gut durchdachte Euro-Spiele mit hohem Wiederspielwert durch variable Konzernkombinationen liebt, sollte sich Mondbasis Shackleton definitiv genauer anschauen. Für mich klar eines der stärksten neuen Spiele dieser Runde.
Pro & Contra
Pro
- Enorme Verzahnung aus Shuttlephase, Bauen und Konzernaktionen
- Wechselnde Konzerne sorgen für hohen Wiederspielwert
- Stimmiges, gut recherchiertes Mondforschungs-Thema
- Funktioniert sowohl zu zweit als auch in größeren Runden hervorragend
Contra
- Mit 60-120 Minuten und hoher Komplexität nichts für Gelegenheitsspieler:innen
- Geteilter Energiewert erfordert gutes Timing und kann von Mitspielenden „leergefischt“ werden
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