Auf nach Japan ist ein cleveres kleines Planungsspiel, das euren Traumurlaub in Tokyo und Kyoto simuliert. Ich hatte es mir extra geholt, weil Andrej von „Auf dem Tisch“ es als eines seiner Lieblingsspiele vorgestellt hatte, und der hat einfach einen richtig guten Geschmack. Also musste ich es selbst ausprobieren – und ich kann euch sagen, das Warten hat sich gelohnt.

Steckbrief
- Spieler: 1–4
- Dauer: ca. 45 Minuten
- Mechanismus: Draft, Set-Collection
- Thema: Japan-Urlaub (Tokyo/Kyoto)
Zwei Städte, sechs Tage, drei Aktivitäten
Die Karten sind in zwei Stapel unterteilt: blaue Karten für Tokyo und rosa Karten für Kyoto. Auf eurem persönlichen Wochenplan von Montag bis Samstag stehen euch pro Tag drei Aktivitätsplätze zur Verfügung. Zu Spielbeginn zieht ihr verdeckt Tokens, die eure Wunschaktivitäten für die einzelnen Tage festlegen – zum Beispiel Einkaufen am Montag. Im Spielverlauf versucht ihr dann, möglichst viele Karten mit passenden Symbolen an genau diese Tage zu spielen. Je mehr Übereinstimmungen ihr schafft, desto besser die Belohnung: Eine Übereinstimmung bringt Fortschritt auf einer Stimmungsleiste, zwei bringen Kartentausch-Tokens, und drei geben euch sogar Zug-Tokens für einen kleinen Ausflug.
Züge als Bindeglied zwischen den Städten
Diese Zug-Tokens sind essenziell, wenn ihr Karten zwischen Tokyo und Kyoto mischen wollt – wollt ihr also eine rosa Karte neben eine blaue legen, obwohl sie thematisch nicht direkt zusammengehören, braucht ihr dafür immer einen Zug-Token. Habt ihr keinen zur Hand, müsst ihr einen aus dem Vorrat nehmen, was euch zwei Minuspunkte einbringt – habt ihr hingegen einen durch eure Planung verdient, gibt es sogar zwei Bonuspunkte und einen Schritt auf der Stimmungsleiste obendrauf. Die Karten selbst tragen oben rechts zusätzlich Punktwerte und teils mehrere Aktivitätssymbole gleichzeitig, sodass ihr geschickt überlegen müsst, welche Karte an welchem Tag den größten Mehrwert bringt.
Highlight-Karten und die Fröhlichkeits-Leiste
Über eine besondere Aktion dürft ihr sogar eine vierte Karte an einen Tag legen – die zuoberst liegende Karte gilt dann als das Highlight des Tages und bringt bei der Schlusswertung zusätzliche Punkte, sofern ihr die dafür nötigen Symbole an den vorherigen Tagen bereits gesammelt habt. Zusätzlich gibt es oben auf dem Spielplan eine Leiste, die anzeigt, wie viele passende Symbole ihr insgesamt gesammelt habt, und eine grüne und rote Leiste für Fröhlichkeit und Ärger – kauft ihr euch zum Beispiel etwas Teures, schmeckt es zwar gut, ärgert euch aber gleichzeitig über den Preis. Erreicht eine dieser Leisten ihr Ende, schaltet ihr einen dauerhaften Punktebonus frei.
Hintergrund: Von Let’s Go! To Japan zu Auf nach Japan
Das Original stammt von Designer Josh Wood und wurde 2023 unter dem Titel „Let’s Go! To Japan“ über eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne beim US-Publisher AEG finanziert, wo es über 11.000 Unterstützer:innen begeisterte. Die deutsche Fassung erschien 2024 beim Schwerkraft-Verlag, der bislang eher für textarme Spiele bekannt war – Auf nach Japan bringt dagegen deutlich mehr Kartentext mit, weshalb sich die deutsche Übersetzung hier besonders lohnt.
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Häufige Fragen (FAQ) zu Auf nach Japan
Für wie viele Spieler ist Auf nach Japan geeignet?
Auf nach Japan ist für 1–4 Spieler ausgelegt.
Wie lange dauert eine Partie Auf nach Japan?
Eine Partie Auf nach Japan dauert ca. 45 Minuten.
Welche Spielmechanismen nutzt Auf nach Japan?
Auf nach Japan setzt auf Draft, Set-Collection.
Wie bewertet Brettspiel Teddy Auf nach Japan?
Brettspiel Teddy bewertet Auf nach Japan mit 7/10 Punkten.
Mein Fazit
Ich kann Andrej nur zustimmen: Auf nach Japan macht wirklich Spaß. Ich hatte vorher gedacht, dass es eher simpel gestrickt sein würde, aber es steckt überraschend viel Planungstiefe drin – ihr müsst eure Tage clever timen, die richtigen Symbole sammeln und dabei auch noch die Highlight-Karten im Blick behalten. Ich habe es bislang zu zweit gespielt und würde es jederzeit wieder auf den Tisch bringen, bin aber auch neugierig, wie es sich zu viert schlägt, weil dann vermutlich mehr Kartenumlauf entsteht.
Ein rundes, thematisch stimmiges Planungsspiel, das ich definitiv im Regal behalten werde.
Pro & Contra
Pro
- Überraschend viel Planungstiefe für den ersten Eindruck
- Deutsche Übersetzung lohnt sich wegen viel Kartentext
- Stimmiges, gut umgesetztes Japan-Thema
- Mehrere parallele Wertungswege (Symbole, Highlight-Karten, Leisten)
Contra
- Etwas anspruchsvoller als der erste Eindruck vermuten lässt
- Bislang nur zu zweit getestet, Verhalten in größeren Runden noch offen
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