Civolution – Rezension

Spielschachtel-Cover von Civolution

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Es gibt Spiele, die möchte man einfach mögen. Civolution ist eines davon. Das neueste Werk von Stefan Feld, erschienen bei Deep Print Games / Pegasus, ist ein großes, umfangreiches Zivilisationsspiel mit einem innovativen Tech-Tree-Feeling, kombiniert mit einer Würfel-Programmiermechanik. Ich mag die Spiele von Stefan Feld grundsätzlich sehr, und ich hatte im Vorfeld so viel Positives gehört, dass ich mich richtig auf meine erste Partie gefreut habe. Am Ende bin ich zwiegespalten – und genau das will ich euch ehrlich erzählen.

6,5/10
WERTUNG
Civolution – Szenenbild aus dem Brettspiel-Teddy-Video

Steckbrief

  • Spieler: 1–4
  • Dauer: 2–4 Stunden
  • Mechanismus: Würfel-Programmierung, Zivilisationsaufbau
  • Thema: Zivilisationsentwicklung

Würfel als Aktionsprogrammierer

Jede Person hat zu Beginn ihres Zuges sechs Würfel und ein eigenes Aktionsboard zur Verfügung. Auf den Aktionsfeldern stehen jeweils Kombinationen aus zwei Würfelzahlen, zum Beispiel eine 1 und eine 3 oder eine 2 und eine 2. Ihr kombiniert eure gewürfelten Zahlen so, dass ihr die gewünschten Aktionen auslöst – dadurch entsteht ein echtes Programmiergefühl: Welche Aktion will ich als Nächstes machen, und passen meine Würfel überhaupt dazu? Ihr habt normalerweise etwa drei Züge pro Runde, könnt euch aber im Spielverlauf zusätzliche Würfel besorgen. Habt ihr einmal keine passende Zahl zur Hand, gibt es Fokus-Token als einmaligen Würfelersatz sowie Ideen-Token, mit denen ihr eine Würfelzahl um jeweils einen Wert nach oben oder unten verändern könnt.

Ressourcen, Gebäude und die Notwendigkeit zu ernähren

Auf dem Spielplan gibt es verschiedene Gebiete – Wüste, Berge, Wald, Wiesen und mehr – in denen unterschiedliche Ressourcen verdeckt liegen. Ihr wisst also zu Beginn gar nicht, in welchem Wald das Holz oder in welchem Gebirge das Gold versteckt ist. Eure Arbeiter-Pöppel fungieren dabei gleichzeitig als Ressourcen, Geld, Nahrung und sogar als Monument-Marker – ein cleveres Prinzip, das mehrfach verwendbares Material clever einspart.

Eine der wichtigsten Aktionen ist das Bauen: Farmen, Häuser, Schiffe oder Monumente lassen sich auf verschiedenen Feldern errichten. Am Ende jeder Runde müsst ihr alle eure eingesetzten Arbeiter ernähren – ein gebautes Haus versorgt sich zum Beispiel automatisch selbst. Boote braucht ihr, um die Wasserfelder zu erreichen, wo ihr über einen „Schicksalswürfel“ Nahrung fischen könnt – am meisten gibt es dabei sinnvollerweise im Wasser, am wenigsten in Wüste und Gebirge.

Karten, Leisten und ein cleveres Reset-System

Zusätzlich spielt ihr Handkarten in fünf verschiedenen Farben aus, die euch dauerhafte Effekte, Punkte für die Endwertung oder Fortschritt auf verschiedenen Leisten bringen. Wichtig dabei: In einer Reihe dürft ihr immer nur Karten derselben Farbe spielen, wobei jede weitere Karte in dieser Reihe automatisch eine höhere, wertvollere, aber auch teurere Stufe erreicht. Über eigene Leisten könnt ihr eure Aktionsplättchen zudem dauerhaft aufwerten – einmal umdrehen für eine stärkere Version, oder ganz herausnehmen für die stärkste Stufe.

Ein wirklich gut gelöstes Detail: Wollt ihr eure Würfel nicht mehr sinnvoll einsetzen, könnt ihr einen Reset durchführen, sofern ihr mindestens drei Würfel bereits verwendet habt. Dabei nehmt ihr alle eingesetzten Würfel wieder zurück und würfelt komplett neu – eine faire Möglichkeit, aus einer schlecht gewürfelten Situation wieder herauszukommen.

Hintergrund: Stefan Felds neuestes Großprojekt

Civolution stammt vom renommierten deutschen Designer Stefan Feld, bekannt für komplexe, mehrschichtige Euro-Spiele wie die Bora-Bora- oder Trajan-Reihe. Erschienen ist es bei Deep Print Games in Zusammenarbeit mit Pegasus Spiele. Mit seinem Zivilisationsthema und der ungewöhnlichen Kombination aus Würfel-Programmierung und Tech-Tree-artigem Fortschritt setzt Feld einen deutlichen Kontrapunkt zu seinen bisherigen Werken, bleibt dabei aber seiner Vorliebe für vielschichtige, eng verzahnte Systeme treu.

Häufige Fragen (FAQ) zu Civolution

Für wie viele Spieler ist Civolution geeignet?

Civolution ist für 1–4 Spieler ausgelegt.

Wie lange dauert eine Partie Civolution?

Eine Partie Civolution dauert 2–4 Stunden.

Welche Spielmechanismen nutzt Civolution?

Civolution setzt auf Würfel-Programmierung, Zivilisationsaufbau.

Wie bewertet Brettspiel Teddy Civolution?

Brettspiel Teddy bewertet Civolution mit 6.5/10 Punkten.

Mein Fazit

Ich muss ehrlich sagen: Civolution wollte ich unbedingt mögen. Das Programmieren mit den Würfeln, das Ausbreiten auf dem Plan, das gegenseitige Verzahnen aller Systeme – das ist grundsätzlich genau mein Ding. Aber in beiden Partien, die ich gespielt habe, hatte ich in entscheidenden Momenten so viel Würfelpech, dass ich in der letzten Runde praktisch handlungsunfähig war. Kein passender Wurf, keine brauchbare Karte, nur noch ein Token, das mir nichts mehr brachte.

Das Problem dabei: Civolution präsentiert sich als durchdachtes strategisches Spiel, in dem ihr alles vorausplanen könnt – aber wenn ihr trotz Fokus- und Ideen-Token am Ende einfach Pech mit den Würfeln habt, kann euch das die sorgfältig geplante letzte Runde komplett zunichtemachen. Ein strategisches Spiel mit einer Prise Glück ist völlig in Ordnung, aber wenn der Zufall an entscheidender Stelle so stark durchschlägt, wird es für mich schwierig. Ich bin nach zwei Partien noch unentschlossen – vielleicht hatte ich einfach zweimal hintereinander Pech. Wie waren eure Erfahrungen damit?

Pro & Contra

Pro

  • Cleveres Würfel-Programmiersystem mit viel taktischer Tiefe
  • Komplett durchdachter, gut erklärter Spielablauf
  • Enorme Verzahnung aller Systeme (Ressourcen, Karten, Leisten)
  • Hoher Wiederspielwert durch verdeckte Ressourcenverteilung

Contra

  • Würfelpech kann trotz Ausgleichsmöglichkeiten ganze Runden zunichtemachen
  • Mit 2-4 Stunden Spielzeit ein echtes Zeitinvestment
  • Hoher Platzbedarf auf dem Tisch

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